Ausgabe April 1993

Die Illusion des Umweltmarktes Osteuropa

Der Umweltschutz hat eine seltsame Karriere. Kam der Begriff im Duden von 1967 noch nicht vor, so wird Umweltschutz heute von vielen Unternehmern zum Hoffnungsträger der von Struktur- und Konjunkturkrisen geschüttelten Exportwirtschaft hochstilisiert. Der folgende Beitrag untersucht, inwieweit die (west-)deutsche Industrie hier nicht wieder eine neue Wachstums-Illusion aufgebaut hat und welches die Folgen des Kampfes um Marktanteile für den Umbau der Wirtschaftsstrukturen im Osten sein können. (Hans Diefenbacher) Daß die Ökowelle unsere Wegwerfgesellschaft erfaßt hat, daß Bioartikel Hochkonjunktur haben, kaum eine Werbekampagne ohne einen Hinweis auf die Umweltverträglichkeit des Produktes auskommt all das ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Unternehmer versuchen, weltweit neue "grüne" Märkte zu erschließen. Zu diesem Zweck wird nunmehr auch von dieser Seite verkündet, daß die Reparatur von Umweltzerstörungen ungleich teurer sei als ihre Vermeidung durch die Entwicklung und den Einsatz neuer, umweltschonender Techniken und umweltverträglicher Produktionsprozesse. Einige Wirtschaftsprognosen sehen hier sogar den "Megamarkt" des 21. Jahrhunderts.

So schätzt der Unternehmensberater H. Kaiser den Markt für Umweltschutzgüter und -dienstleistungen als überdurchschnittlich dynamisch ein.

April 1993

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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