Ausgabe April 1994

Die KSZE - Baustelle, nicht Ruine

Hans Arnolds skeptischer Beitrag zur Zukunft der KSZE - Rohbau oder Ruine. Die KSZE in der Sicherheitsarchitektur Europas, "Blätter", 2/1994, S. 210-217 - hat lebhafte Reaktionen ausgelöst. Nach Wilfried von Bredow ("Blätter", 3/1994, S. 322-327) äußert sich nachfolgend Bernard von Plate (SWP Ebenhausen) zu der kontroversen Thematik. D. Red.

Nun hat der Rundumschlag Hans Arnolds auch die KSZE getroffen. Sie sei nach "allen sachlichen Kriterien unnötig". Dieses Verdikt steht unter einer "doppelten Einschränkung". Sie wird am Schluß genannt werden. Es wird sicherlich kaum einer widersprechen, wenn er liest, daß es eine "zufriedenstellende Antwort auf die Frage nach der künftig notwendigen europäischen Sicherheitsarchitektur" noch nicht gibt. Zu viele Probleme sind ungelöst. Welche Rolle soll die NATO - wenn überhaupt - jenseits ihres Bündnisgebietes im Osten Europas spielen? Hat der Nordatlantische Kooperationsrat (NAKR) nun, nachdem die Einladung für eine "Partnerschaft für den Frieden" auf dem Tisch liegt, noch eine Aufgabe und eine sinnvolle Zukunft? Welchen Platz nimmt die WEU in einer europäischen Sicherheitsordnung ein, wenn die Europäische Union auf dem Wege zu einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik nicht vorankommen sollte? Die Reihe der Fragen ließe sich wesentlich verlängern.

April 1994

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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