Ausgabe September 1994

Das Geschäft mit der Gentechnik

"Das Geschäft mit den Genen wird immer interessanter - auch für die deutsche Pharma- und Chemieindustrie. Nach einer Studie der Brüsseler SAGB Senior Advisory Group Biotechnology lag das Weltmarktvolumen 1991 bei rund 10 Mrd. DM. Bis zum Jahr 2000 wird es auf 170 Mrd. DM anwachsen", hieß es Anfang Juni in einem Artikel der "Wirtschaftswoche" 1). Steht die neue Biotechnologie (Gentechnik / Zellfusionstechniken) an der Schwelle zu größeren, profitablen Märkten 2)? Zahlreiche Presseartikel, Stellungnahmen und Memoranden suggerieren dies. Den Hintergrund dafür bildet immer wieder eine Veröffentlichung der erwähnten SAGB, die als verlängerter Arm des Europäischen Chemieverbandes für diesen Industriezweig bei der Europäischen Union in Brüssel biotechnologische Lobbyarbeit betreibt.

In dieser Veröffentlichung wird für die 90er Jahre ein rasantes Wachstum des Weltmarktes für neue biotechnologische Produkte, insbesondere in den Bereichen Pharmazie, Landwirtschaft und Chemie, unterstellt: Danach sollen die weltweiten Biotechnikumsätze von 1991 (etwa 6 bis 6,5 Mrd. US-Dollar oder 10,2 Mrd. DM) bis zum Jahr 2000 um das 16fache auf dann etwa 100 Mrd. USDollar (bzw. 166,6 Mrd.

September 1994

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.