Ausgabe April 1996

Rationale Zuwanderungssteuerung: In Deutschland tabu?

Streitgespräch

Im Vorfeld der Märzwahlen hat Oskar Lafontaine einen Vorstoß zur Begrenzung des "Spätaussiedler"-Zuzugs in die Bundesrepublik unternommen. (Vgl. auch den Kommentar von Arthur Heinrich.) Aus diesem Anlaß haben wir die Bundestagsabgeordneten Kerstin Müller und Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast zu einem rot-grünen Streitgespräch eingeladen. Kerstin Müller ist Sprecherin der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Cornelie Sonntag-Wolgast stellvertretende innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag. Der Westdeutsche Rundfunk zeichnete das von Karl D. Bredthauer moderierte Gespräch auf und brachte am 10. März in der Sendung "Zeitfragen - Streitfragen" eine Funkversion. D. Red.

"Blätter": Die Vereinigten Staaten, das klassische Einwanderungsland, lassen pro Jahr insgesamt 740 000 Zuwanderer aller Kategorien legal ins Land. Die Bundesrepublik Deutschland, in der es bisher nicht einmal ein Einwanderungsgesetz gibt, nimmt seit 1988 Jahr für Jahr über 200 000 Zuwanderer der Kategorie "deutschstämmig" auf.

April 1996

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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