Kurz vor den Bundestagswahlen überschlagen sich die Regierungsparteien in dem Bemühen, die Keime künftiger, verheißungsvoller Entwicklungen ins rechte Licht zu rücken. Nur sie, die Unionsparteien und die Liberalen seien fähig, die "in Fahrt kommende Konjunktur", die "Wende am Arbeitsmarkt" kräftig zu befördern, wenn sie am Ruder der Macht verharren könnten. Das gelte in besonderem Maße für den Aufbau Ost. Sicher gibt es in der ostdeutschen Wirtschaft Ansätze für zukunftsträchige Entwicklungen. Etwa das rasche Wachstum der Industrieproduktion (+9% in 1997/96); oder die für 1998 geplanten Zuwachsraten der Investitionen in wichtigen Industriezweigen. In den Forschungs-und-Entwicklungs-(FuE)-intensiven Branchen wachsen sie 1998, nach Befragungen des ifo Instituts, um 6%. Darunter im Maschinenbau um 14%, in der Elektrotechnik um 25% und in der Kunststoffwarenindustrie um 13%. 1) Das aber sind in der Tat nur Keime, mit deren künftiger Entwicklung sich Hoffnungen verbinden können. Sie verdecken nicht die immensen Fehlleistungen der Wirtschaftspolitik und die belastenden Hypotheken. die sie hinterläßt.
Kurz vor der Wahl dominiert in Sachsen-Anhalt die AfD die Marktplätze und führt in den Umfragen. Mit einem Sieg würde in Magdeburg eine Regierung unter Führung der Rechtsradikalen möglich, was die Demokratie über das Bundesland hinaus schädigen würde.