Der Karikaturist Haitzinger, auch sonst nicht durch ein Übermaß an Feingefühl beruflich behindert, machte die Sache auf seine Weise deutlich: Er legte Gregor Gysi auf den Operationstisch des Schönheitschirurgen Dr. Lafontaine. Die amputierten Bockshörner des PDS-Mannes liegen bereits am Boden, den noch bluttriefenden Schwanz hält der SPD-Chef triumphierend in der Hand, nur der Pferdefuß ist noch dran. Alles klar: der pfiffige Oskar hat dem schlauen Gregor die Attribute des Teufels weggenommen, und beide, Arzt und Patient, schauen sehr zufrieden drein. Sozusagen ein gelungener Beitrag zur Gesundheitsreform. Aber daß mit solchen Operationen die Gesundheitslage der Nation verbessert werden könnte, ist unter Sozialdemokraten umstritten und wird von der Opposition wütend kritisiert. Wolfgang Schäuble glaubt die SPD an den Zwangszusammenschluß von SPD und KPD im Jahre 1946 erinnern zu müssen und meint, der Kurs Lafontaines entziehe den Sozialdemokraten, die sich damals gegen die Kommunisten gewandt hätten, ihre historische Legitimation.
Bildhafter hätte auch der Drehbuchautor eines Politthrillers die Szene nicht gestalten können: Als die spanische Polizei das Büro des ehemaligen Regierungschefs José-Luis Rodríguez Zapatero durchsuchte, fand sie in einem Tresor Schmuckstücke im Wert von mehr als 1,3 Mio. Euro.