Ausgabe April 2000

Front gegen die Armut?

Neue Strategien der Bretton-Woods-Institutionen

Die Weltbank, im Kern bestehend aus der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) und der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA), ist spätestens seit dem Ausbruch der Schuldenkrise am Beginn der 80er Jahre zur führenden entwicklungspolitischen Institution geworden. Ihre etwa zehntausend Experten haben bestimmenden Einfluss nicht nur auf die Verwendung der beträchtlichen eigenen Mittel der Weltbank 1), sondern beeinflussen darüber hinaus auch indirekt die Entscheidungen der übrigen bi- und multilateralen Geber. Die Strategiedebatten in Washington DC können daher internationaler Aufmerksamkeit sicher sein. In Vorbereitung des neuen, wiederum der Armut gewidmeten Weltentwicklungsberichts 2000/2001 möchte die Weltbank wichtige neue Akzente in ihrer Gesamtpolitik setzen.

Schwächen der bisherigen Praxis: Demokratiedefizite, Inkohärenz und fehlende Geberabstimmung

Die Regierungen vor allem der am wenigsten entwickelten Länder, die Zugang zu den verbilligten IDA-Krediten haben, hängen in hohem Maße von den Entscheidungen in Washington ab.

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In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

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