Ausgabe Januar 2002

Gütesiegel für Wälder

Im Juli 2001 hat die Bundesregierung ihren neuesten "Gesamtwaldbericht" vorgelegt. Er verdeutlicht die jüngsten Statistiken der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO): Nach wie vor werden jährlich etwa 15 Mio. Hektar Wald zerstört. Dieser Befund ist mehr als besorgniserregend - die zentrale Rolle des Waldes für den Klimaschutz, die Erhaltung der Artenvielfalt und viele andere ökologische und soziale Funktionen sind vielfach beschrieben worden. Auch die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes steht außer Zweifel: 1998 wurden weltweit etwa 3 Mrd. Kubikmeter Rohholz geschlagen, und als natürliche Ressource ist Holz für die nachhaltige Entwicklung global unverzichtbar. Wie kann aber angesichts der fortschreitenden Zerstörung eine ökologisch, ökonomisch und sozial verträgliche Nutzung der Wälder überhaupt erreicht werden? Ein Ansatz besteht darin, die verschiedenen Formen der Waldbewirtschaftung zu "zertifizieren".

Problematisch ist die Vielzahl an Gütesiegeln dieser Art: Weltweit gibt es derzeit etwa 50 verschiedene Umweltstandards und Zertifizierungssysteme mit meist regional bedingten Richtlinien.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.