Ausgabe Dezember 2003

Israel: Die Alternative

Nach dem Rücktritt von Mahmud Abbas und dem Scheitern der Roadmap erscheint der nahöstliche Friedensprozess als völlig festgefahren. (Einen Hoffnungsschimmer strahlt allein die Genfer Übereinkunft vom Oktober aus; vgl. die "Dokumente zum Zeitgeschehen" in diesem Heft) In letzter Zeit wird erneut darüber diskutiert, ob die Idee eines binationalen Staates aus der Sackgasse herausführen könnte. Tony Judt, Direktor des Remarque-Instituts an der New York University, hat jüngst in der "New York Review of Books" (16/2003) das bisher wohl weitestgehende Plädoyer für eine binationale Perspektive gehalten und heftige Kritik auf sich gezogen. Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers veröffentlichen wir seinen Essay, der parallel in der deutschsprachigen Ausgabe von "Le Monde diplomatique" (www.monde-diplomatique.de) erscheint, ungekürzt auf Deutsch. Unser Text folgt im Wesentlichen der Übersetzung von Niels Kadritzke. Konträr zu Tony Judt argumentiert Uri Avnery. Der israelische Journalist, Schriftsteller und Friedensaktivist weist in seinem nachfolgenden Artikel die "binationale Option" als unzeitgemäße Utopie entschieden zurück. - D. Red.

Der Nahost-Friedensprozess ist tot. Aber er ist nicht gestorben - er wurde ermordet. Mahmud Abbas wurde durch seinen Präsidenten demontiert und durch Israels Ministerpräsidenten gedemütigt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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