Ausgabe April 2004

Wahlen, Wall Street, Wählergunst

Wie käuflich ist die amerikanische Politik?

Tief gespalten geht die amerikanische Nation in die Präsidentschaftswahlen 2004: Jeweils 45 Prozent der Wähler ordnen sich bereits im Januar klar den Republikanern oder den Demokraten zu.1 Mit dem Siegeszug von John Kerry bei den Vorwahlen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

Tief gespalten geht die amerikanische Nation in die Präsidentschaftswahlen 2004: Jeweils 45 Prozent der Wähler ordnen sich bereits im Januar klar den Republikanern oder den Demokraten zu.1 Mit dem Siegeszug von John Kerry bei den Vorwahlen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

Vor dem Kampf um Wählerstimmen steht in den USA jedoch stets der Kampf ums Portemonnaie: Auf Wahlkampfveranstaltungen, bei Dinner-Partys und im Internet werben die Kandidaten nicht nur um ideelle Unterstützung, sondern auch um Spenden für ihre Kampagnen. Bis Ende Januar 2004 hatte George W. Bush bereits insgesamt 144 Mio. US-Dollar eingesammelt, John Kerry immerhin "bescheidene" 23,7 Mio.2 Zugleich sorgt die Vergangenheit des Vizepräsidenten Dick Cheney als Vorsitzender des Unternehmens Halliburton und dessen scheinbar weiterhin lohnende Verbindung für Schlagzeilen.

All dies rückt die engen Beziehungen zwischen Unternehmen, Lobbygruppen und politischen Entscheidungsträgern, die sich – allen Reformversuchen zum Trotz – als erstaunlich zählebig erweisen, ins Zentrum des öffentlichen Interesses.

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