Ausgabe September 2004

Zwischen Konfrontation und Kooperation

Die russische Zentralasienpolitik

Das nachsowjetische Zentralasien der "Vor-September-Welt" lag lange Zeit außerhalb des internationalen Blickfelds. Seine fragile Staatlichkeit, islamistische Oppositionsbildung, grenzüberschreitender Drogenhandel und Terrorismus sowie die ökonomischen Missstände in der Region waren der Weltöffentlichkeit weitgehend unbekannt. Nennenswerte Aufmerksamkeit erregten alleine die umfangreichen kaspischen Energieressourcen, um deren Ausbeutung internationale Energiekonsortien konkurrieren.1

Dies änderte sich durch die US-amerikanischen Vorbereitungen im Zusammenhang mit der im benachbarten Afghanistan geplanten Operation "Enduring Freedom" und der Ankunft von rund 5000 Soldaten der westlich dominierten Anti-Terror-Koalition in der seit mehr als 150 Jahren von Moskau dominierten Region. Schlagartig offenbarte sich die geopolitische Relevanz Zentralasiens. Der bisherige energiepolitische Fokus wurde zugunsten strategischer Erwägungen relativiert. Die auf internationale Hilfe angewiesenen Staaten Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan und Tadschikistan, allesamt präsidiale Autokratien, stehen seitdem an einem Scheideweg ihrer noch jungen Geschichte.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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