Ausgabe November 2004

Umweltgutachten 2004

Jetzt liegt ein neues Umweltgutachten des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen vor. Auf 665 eng bedruckten DIN-A4-Seiten wurde ein umfassendes Kompendium zu Entwicklung und aktuellem Zustand von Umwelt und Umweltpolitik in Deutschland erarbeitet.1 Dem Band ist als Überschrift eine Programmatik - "Umweltpolitische Handlungsfähigkeit sichern" - mitgegeben worden, dessen Bedeutung im Vorwort ausgeführt wird: Der Bund solle sich durch detaillierte gesetzliche Vorgaben auf verschiedenen Feldern der Umweltpolitik die Handlungsfähigkeit erhalten und sich dabei mehreren Tendenzen zu deren Einschränkung widersetzen. Zum einen gebe es Bestrebungen, die eine nur "weiche" Rahmensteuerung seitens der Europäischen Gemeinschaft bevorzugen, und zum anderen Stimmen, die bestimmte Gesetzgebungskompetenzen vom Bund auf die Länder verlagern wollen [29]. Problematisch sei zudem, insbesondere beim Gewässer- und beim Naturschutz, das umfängliche Vollzugsdefizit im Bereich der Umweltpolitik.

Die Umweltprobleme und die darauf reagierende Umweltpolitik haben sich in den letzten Jahren in den verschiedenen Teilbereichen sehr unterschiedlich entwickelt. Es gibt Erfolgsgeschichten, allerdings auch sich verlagernde Problemschwerpunkte und Probleme, die sich weiter verschärft haben. So sind zwischen 1990 und 2003 die Emissionen aller Treibhausgase um insgesamt 18,3 Prozent gesunken.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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