Ausgabe Februar 2006

Jordanien zwischen den Fronten

Die von der Gruppe al-Zarkawi am 9. November 2005 in Jordaniens Hauptstadt Amman verübten Anschläge mit über 50 Toten zielten eindeutig auf die Außenpolitik des Landes. Schließlich hat Jordanien als erster arabischer Staat die neue Ordnung im Irak anerkannt und den „Krieg gegen den Terror“ unterstützt. Die Bereitschaft, beim Aufbau des Irak mit den Amerikanern zu kooperieren und eine wichtige Rolle zu übernehmen, brachte Jordanien jetzt ins Visier der Dschihadisten.

Zwar hatte es bereits zuvor Anschlagspläne gegeben, so 2003 gegen ein internationales Hotel und 2004 gegen das Hauptgebäude des jordanischen Geheimdienstes. Diese konnten jedoch rechtzeitig aufgedeckt werden. Erst im Juli 2005 zeigte ein Anschlag in Akaba, dass Al Qaida auch in Jordanien in der Lage ist, trotz der verschärften Sicherheitsvorkehrungen zu operieren.

Bis zu den Anschlägen im vergangenen November glaubte die Führung unter König Abdullah II. jedoch, die zum Teil offene Unterstützung der Jordanier für die Dschihadisten im Irak hinnehmen zu können, solange diese nicht die Verhältnisse im Lande selbst tangierte. Mit den Anschlägen von Amman scheint sich diese Zurückhaltung geändert zu haben.

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema