Ausgabe April 2009

Klimaschutz durch Wirtschaftswachstum?

„Ein weiterer ideologischer Gott hat versagt. Die Annahmen, die drei Jahrzehnte lang die Politik bestimmt haben, erscheinen plötzlich ebenso überholt wie der revolutionäre Sozialismus“. 1 Entgegen dieser geläuterten Ansicht eines ehemals neoliberalen Kolumnisten der „Financial Times“, bleiben bisher jedoch neue, umfassende Antworten auf die Weltwirtschaftskrise politisch randständig und erreichen kaum eine breite Öffentlichkeit.

Einem Projekt gelang es allerdings in den vergangenen Monaten, bis in die Schlagzeilen vorzudringen. Anlass hierfür ist, dass die Wirtschaftskrise keineswegs die einzige aktuelle Krise darstellt – schließlich beherrschten noch vor kurzem die Themen Klimakatastrophe und Energiekrise die Medien. Das Zusammentreffen dieser Krisen hat nun eine neue Koalition von Akteuren dazu motiviert, Vorschläge für einen sogenannten „grünen New Deal“ bzw. einen neuen „grünen Gesellschaftsvertrag“ zu formulieren.

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Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

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