Ausgabe Dezember 1992

Der Streit um die ostdeutsche Braunkohle

Der folgende Beitrag informiert über die Strukturen der Nutzung von Braunkohle und die in der Regel erheblichen und sehr langfristigen Probleme für Natur und Landschaft, die mit dieser Nutzung grundsätzlich und unabhängig von der Wirtschaftsform verbunden sind. Es kommt zu Landschaftseingriffen und -veränderungen in größtem Ausmaß. Selbst die ältesten rekultivierten Flächen im rheinischen Tagebaugebiet konnten sich bis heute in wesentlichen Teilbereichen nicht wieder zu den komplexen Ökosystemen entwickeln, die sie vor dem Eingriff darstellten, Unter anderem werden die Wasserregime der Regionen großflächig erheblich beeinträchtigt, die Grundwasserleiterin den direkten Bergbaugebieten endgültig zerstört, was aufgrund chemischer Reaktionen zu gravierenden Qualitätseinbußen des Grundwassers führt. Die Umweltprobleme der ehemaligen DDR standen zu einem großen Teil in direktem Zusammenhang mit der umfassenden Nutzung der Braunkohle. Die Nutzung der Braunkohle führte zu extremen SO2und Staubfreisetzungen, die sich sowohl in der großräumigen Belastung durch die Kraftwerke als auch in der kleinräumigen Belastung durch die Nutzung im Hausbrand ergaben. Zudem wurde die Braunkohle als Ausgangsstoff für die chemische Industrie genutzt, wobei erhebliche Probleme durch die hochgradig verschlissenen Anlagen der Kohlechemie auftraten.

Dezember 1992

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