Ausgabe Februar 1996

Bedingt markttauglich

Wie realistisch sind die Wuppertaler Leitbilder?

1. Das Konzept der zukunftsfähigen Entwicklung

"Selten wurde in Deutschland so viel über die Zukunft geredet wie heute." Mit diesem Satz beginnt die Studie "Zukunftsfähiges Deutschland", die das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie im Auftrag von BUND und Misereor erstellt hat. 1) Doch die Art, wie Politiker, Wirtschaftsführer oder Gewerkschaften über Zukunft reden, hat die Auftraggeber und Autoren der Studie nicht zufriedengestellt. Diese Diskussion konzentriere sich vorrangig auf "Gewinne, Jobs und Welt(markt)rang "(S. 11). Nur eine nachgeordnete Rolle spielten dabei "ökologische, soziale und demokratische Belange", und wenn ein Konflikt entstünde, würden diese den wirtschaftlichen Zielen untergeordnet. Die Wuppertaler Wissenschaftler stellen dieser Orientierung ein anderes Konzept gegenüber. Genauer gesagt: Sie formulieren zusätzliche Bedingungen und stecken damit einen Rahmen ab, innerhalb dessen die gesellschaftlichen Ziele verfolgt werden können. Es geht dabei in erster Linie um die Grenzen, welche die Umwelt den Aktivitäten der Menschen setzt. 2) Diese werden ausgehend von dem Konzept des "sustainable development" formuliert.

Februar 1996

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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