Ausgabe August 1997

Ökotourismus - ein schwarzer Schimmel?

Alle Jahre wieder... Die Deutschen - und nicht nur sie - brechen in den Urlaub auf. Nach wie vor lastet auf den "schönsten Wochen des Jahres" ein hoher Erwartungsdruck, der die Tourismus-Branche zu einer der am schnellsten wachsenden Industrien hat werden lassen: weltweit mit ca. 250 Mio. Beschäftigten und einem Umsatz von 423 Mrd. DM. 1) Etwa 70% der Flugkilometer im internationalen Reiseverkehr entfallen schon jetzt auf den Tourismus. 2) Dabei sind die Wachstumsprognosen hier ungebrochen: Experten rechnen mit einer Verdoppelung des Reise-Flugverkehrs bis zum Jahre 2010, einer Zunahme der Zahl der in der Branche Beschäftigten um 70% bis zum Jahre 2005, auf absehbare Zeit mit einem Anstieg des Reiseverkehrs insgesamt um 4% pro Jahr. Wo in Zeiten einer als schwierig empfundenen wirtschaftlichen Lage ein steigender Umsatz zu verzeichnen ist, entbrennt ein heftiger Kampf um Marktsegmente. Und da ein nicht mehr zu vernachlässigender Teil der Bevölkerung sich gerade in der Ferienzeit umweltbewußt verhalten möchte, wird diese Zielgruppe aktiv umworben und ökologischer, nachhaltiger, naturverträglicher, sanfter Tourismus angeboten.

August 1997

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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