Alle Jahre wieder... Die Deutschen - und nicht nur sie - brechen in den Urlaub auf. Nach wie vor lastet auf den "schönsten Wochen des Jahres" ein hoher Erwartungsdruck, der die Tourismus-Branche zu einer der am schnellsten wachsenden Industrien hat werden lassen: weltweit mit ca. 250 Mio. Beschäftigten und einem Umsatz von 423 Mrd. DM. 1) Etwa 70% der Flugkilometer im internationalen Reiseverkehr entfallen schon jetzt auf den Tourismus. 2) Dabei sind die Wachstumsprognosen hier ungebrochen: Experten rechnen mit einer Verdoppelung des Reise-Flugverkehrs bis zum Jahre 2010, einer Zunahme der Zahl der in der Branche Beschäftigten um 70% bis zum Jahre 2005, auf absehbare Zeit mit einem Anstieg des Reiseverkehrs insgesamt um 4% pro Jahr. Wo in Zeiten einer als schwierig empfundenen wirtschaftlichen Lage ein steigender Umsatz zu verzeichnen ist, entbrennt ein heftiger Kampf um Marktsegmente. Und da ein nicht mehr zu vernachlässigender Teil der Bevölkerung sich gerade in der Ferienzeit umweltbewußt verhalten möchte, wird diese Zielgruppe aktiv umworben und ökologischer, nachhaltiger, naturverträglicher, sanfter Tourismus angeboten.
Es hätte ein Durchbruch werden können – für Umwelt und Nachhaltigkeit, aber auch für die Entbürokratisierung, der sich Regierungen und Parteien so gerne verschreiben. Doch was nun zum 12. August im EU-Gebiet Gesetzeskraft erhält, erreicht weder das eine noch das andere.