Ausgabe Mai 2000

N.N. des Jahres

Wie Naturschutz ins Bewußtsein gebracht werden soll

Es begann 1971 mit dem "Vogel des Jahres" - damals war das der Wanderfalke. 1) Es folgten 1980 mit dem Lungen-Enzian die erstmalige Ernennung einer "Blume des Jahres" und 1989 mit der Buche der erste "Baum des Jahres". Heute werden bereits über 12 verschiedene "Objekte des Jahres" von unterschiedlichen Gremien ausgewählt und über Presse-Informationen und diverse Aktionen der Bevölkerung mehr oder weniger nahegebracht. Mit ähnlicher Intention werden außerdem eine ganze Reihe von Jahrestagen gepflegt oder ausgerufen: Tag des Baumes am 25. April, Tag der Umwelt (ganz generell) am 5. Juni, am ersten Wochenende im Oktober wird der Tag der Zugvögel begangen, Tierschutztag ist am 4. Oktober, und ganz stilgerecht ist die Nacht vom 29. zum 30. August die europäische Fledermaus-Nacht. Handelt es sich hier um eine Inflation von Etikettierungen und PR-Maßnahmen oder um ein sinnvolles Instrument für den Naturschutz?

Der folgende Beitrag stellt einige der Objekte des Jahres 2000 exemplarisch vor, zeigt dabei, welche Probleme und mögliche Lösungen auf diese Weise zu Bewußtsein gebracht werden sollen, und nennt schließlich einige der Argumente in der Diskussion um diese (indirekte) Naturschutzmethode.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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