Ausgabe Juli 2001

UCK als Geiselnehmer

Gewaltsame Splittergruppen der UÇK setzen seit Oktober letzten Jahres den Kampf um ein Großalbanien fort, anfangs im serbischen Presevo-Tal, seit März dieses Jahres in albanisch besiedelten Teilen Mazedoniens. Vor zwei Jahren galt die UÇK als Widerstandsund Freiheitsbewegung gegen einen serbischen „Genozid“. NATO-Generalsekretär George Robertson spricht heute von „Terroristen“ und einer „Bande von Mördern“. Ähnlich den afghanischen Taliban hat sich die UÇK von ihren Sponsoren emanzipiert. Vorbei also die Zeiten, in denen man sich leisten konnte, nach außen Schönfärberei zu betreiben und de facto mit zerknirschtem Gesicht alles schleifen zu lassen.

Die Befriedung der kosovarisch-mazedonischen Grenzregion fällt in den Aufgabenbereich der Protektoratsmächte im Kosovo. KFOR und UNMIK obliegt es, das öffentliche Gewaltmonopol durchzusetzen, die Grenzen wirksam zu kontrollieren und die Kriminalität zu bekämpfen. Dem Kosovo-Protektorat fehlt vor allem die politische Führung. Nach der feierlichen Verkündung des Balkan-Stabilitätspaktes widmeten sich die Euro-Staatsmänner anderen Reiseaktivitäten. Die anhaltende Eskalationsgefahr fordert jedoch eine Abkehr vom Laissez-faire.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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