Ausgabe Juli 2001

Das Kyoto-Protokoll: Lohnt sich eine Rettung?

Es ist das Liebenswürdige an Amerika, dass dort alles und auch das Gegenteil davon zu finden ist. Mit George W. Bush zum Beispiel haben die Initiatoren der „Stiftung des Langen Jetzt“ wenig gemein. Sie planen nichts weniger als ein Monument an die Zukunft. Ein Monument an die Zukunft? Denkmale an die Vergangenheit gibt es ja zur Genüge, aber worin könnte eine Gedenkstätte für die Zukunft bestehen? Danny Hillis, ihr Erfinder, erklärt dazu: „Ich glaube, es ist an der Zeit ein langfristiges Projekt zu starten, das die Leute dazu bringt, über die mentale Barriere der Jahrtausendwende hinauszudenken. Ich stelle mir eine große (Stichwort Stonehenge) mechanische Uhr vor, die von jahreszeitlichen Temperaturschwankungen angetrieben wird. Sie tickt einmal im Jahr, schlägt einmal im Jahrhundert, und der Kuckuck kommt nur zum Millenium zum Vorschein.“  

So eine Uhr, sie ist Mechanismus und Mythos zugleich.1 Vom Mechanismus hat Hillis bereits einen Prototyp fertig gestellt. Um sie zu konstruieren, stellen sich den Ingenieuren bislang unbekannte Aufgaben. Wie soll man die Zuverlässigkeit des Materials, die Präzision der Laufwerke, ja auch die Kenntnis über Sinn und Zweck des Baus über Jahrtausende hinweg sicherstellen? Und schon enthüllt sich in solchen Fragen auch der Mythos der Uhr.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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