Ausgabe Februar 2002

Dilemmata der Chemiepolitik

In den letzten Jahren häufen sich die Hinweise, dass Expositionen gegenüber Chemikalien (und Strahlung) in Dosisbereichen, die lange Zeit als unbedenklich galten, für den menschlichen Organismus schädlich sind. Schon geringste Konzentrationen naturfremder evolutionsunerprobter Stoffe wie bestimmte Pflanzenschutzmittel, Wuchsstoffe, Konservierungsstoffe, Farb- und Aromastoffe sowie Pharmazeutika (Cytostatika) werden mit ausgesprochen nachteiligen biologischen Wirkungen in Verbindung gebracht. Dabei nimmt die Art der Erkrankungen häufig einen Verlauf, der von den klassischen Krankheitsmustern abweicht. Angegriffen und geschädigt werden die Übertragungssysteme oder Netzwerke des Körpers wie das Hormonsystem, das Immunsystem, das Nervensystem und das Erbgut. 1) Insgesamt sind im Bereich der Umwelt- und Gesundheitsvorsorge die Erfolge einer wissenschaftlichen Politikberatung leider recht dünn gesät. Dies hängt damit zusammen, dass der Zwang zum sparsamen Haushalten immer häufiger dazu führt, dass die langfristige integrierte Forschung beispielsweise im Bereich der Toxikologie und des Strahlenschutzes vernachlässigt, verzögert oder abgebrochen wird.

Defizite der Chemikalienkontrolle

Angesichts der wachsenden Stoffmengen und der Vielfalt der Stoffe - derzeit sind etwa 2 Mio.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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