Ausgabe April 2002

In Vorbereitung auf Rio plus 10

Wer im August dieses Jahres günstig nach Südafrika einfliegen möchte, hätte sich schon im Dezember 2001 kümmern müssen. Die preiswerten Plätze sind fast alle vergeben. Vom 26. August bis zum 6. September 2002 findet der UN-Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (WSSD) in Johannesburg statt. 40 000 Vertreter aus 188 Staaten werden zum 2. Erdgipfel erwartet. Zehn Jahre nach der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro wird nun Bilanz gezogen. Der Zustand der Patientengemeinschaft Erde-Menschheit soll erörtert und die nächsten Schritte müssen verhandelt werden. Johannesburg 2002 muss zunächst Rechenschaft über die vergangene Dekade ablegen. Was haben die fünf Rio-Dokumente - die Rio-Deklaration, das Aktionsprogramm Agenda 21, die "Klimakonvention", die "Walderklärung" und die "Konvention über die biologische Vielfalt" bewirkt? Hat der "Geist von Rio" negative Tendenzen verringert oder verstärkt?

Nach anfänglicher Euphorie bei der Formulierung ökologischer, handels-, technologie- und finanzpolitischer u.a. Zielsetzungen hatte sich die Aufbruchsstimmung von Rio aber bald verflüchtigt.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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