Ausgabe September 2002

Gemischte Bilanzen

In der Vorbereitung des Johannesburger Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung gab es zahlreiche Versuche, die globalen und nationalen Trends des letzten Jahrzehnts zu bilanzieren, um auf dieser Grundlage dann strategische Empfehlungen für die nächsten Jahre zu formulieren. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ist hierbei das jüngste und prominenteste Beispiel 1) und hat, ebenso wie die anderen Bilanzen, die Kontroversen zwischen "Öko-Optimisten" und "Öko-Pessimisten" neu belebt.

Die einen halten die Warnungen von Ökologen für maßlos übertriebene Panikmache und trauen der Technikentwicklung der Industriegesellschaften zu, die globalen Energie- und Umweltprobleme zu lösen. Die anderen befürchten, dass die Anhäufung von Gefahrenpotenzialen nicht mehr kalkulierbar ist und fordern eine prinzipiell neue Gestaltung von Produktion und Lebensstilen. Der folgende Beitrag stellt auf der Basis vorliegender statistischer Informationen 2) einige Daten und Trends der Umweltsituation in der Bundesrepublik Deutschland in der Zeit von 1990 bis 2000 dar. Nur eine langfristige Betrachtung der Entwicklungen kann zur Versachlichung der Kontroverse beitragen. Die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland hat zwischen 1991 und 2000 um 2,8% zugenommen. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt weist im selben Zeitraum eine Steigerung von 15,1% auf.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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