Mitten im bayerischen Landtagswahlkampf informierte Innenminister Günther Beckstein die Öffentlichkeit über einen Ermittlungserfolg gegen rechtsextreme Gewalttäter. Zuvor hatte die Polizei fünf Männer und eine Frau unter dem Verdacht festgenommen, Sprengstoffanschläge vorzubereiten. Anlässlich der für den 9. November 2003 geplanten Grundsteinlegung eines neuen jüdischen Gemeindezentrums in München sollte eine Bombe gezündet werden, hieß es. Bei Haussuchungen wurden 14 Kilogramm sprengstoffverdächtiges Material, darunter 1,7 kg TNT, und eine im Bau befindliche Rohrbombe gefunden, ferner je zwei Handgranaten und Schusswaffen. Im Zentrum der Ermittlungen steht Martin Wiese, ein 27jähriger Neonazi, der vor drei Jahren aus Anklam in Vorpommernnach München gezogen war. Der frühere Aktivist des Kameradschaftsbunds Anklam ist heute die Führerfigur der Neonazi-Gruppe Freie Kameradschaft Süd, die unter anderem wegen ihrer Demonstration gegen die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" Aufsehen erregte. Die Ermittlungen führten auch nach Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin; mittlerweile wurden zwölf Haftbefehle ausgestellt.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.