Ausgabe September 2004

Zwischen Konfrontation und Kooperation

Die russische Zentralasienpolitik

Das nachsowjetische Zentralasien der "Vor-September-Welt" lag lange Zeit außerhalb des internationalen Blickfelds. Seine fragile Staatlichkeit, islamistische Oppositionsbildung, grenzüberschreitender Drogenhandel und Terrorismus sowie die ökonomischen Missstände in der Region waren der Weltöffentlichkeit weitgehend unbekannt. Nennenswerte Aufmerksamkeit erregten alleine die umfangreichen kaspischen Energieressourcen, um deren Ausbeutung internationale Energiekonsortien konkurrieren.1

Dies änderte sich durch die US-amerikanischen Vorbereitungen im Zusammenhang mit der im benachbarten Afghanistan geplanten Operation "Enduring Freedom" und der Ankunft von rund 5000 Soldaten der westlich dominierten Anti-Terror-Koalition in der seit mehr als 150 Jahren von Moskau dominierten Region. Schlagartig offenbarte sich die geopolitische Relevanz Zentralasiens. Der bisherige energiepolitische Fokus wurde zugunsten strategischer Erwägungen relativiert. Die auf internationale Hilfe angewiesenen Staaten Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan und Tadschikistan, allesamt präsidiale Autokratien, stehen seitdem an einem Scheideweg ihrer noch jungen Geschichte.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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