Ausgabe Mai 2010

Fortschritt und Enttäuschung: Obamas Gesundheitsreform

Kaum eine Sozialreform im Ausland stößt hierzulande auf eine derart große Aufmerksamkeit wie die Gesundheitsreform in den Vereinigten Staaten. Denn die hohe Anzahl der Menschen, die in den USA ohne Krankenversicherungsschutz leben, gilt in der Bundesrepublik zu Recht als skandalös. Hinzu kommt, dass die Gesundheitsreform das wichtigste innenpolitische Projekt von Präsident Barack Obama darstellt; ihr Scheitern hätte die Chancen des Sympathieträgers auf eine zweite Amtsperiode empfindlich beeinträchtigt.

Die Durchsetzung der Reform gegen massive Widerstände stellt den bislang größten innenpolitischen Erfolg Obamas dar. In Frage steht indes, ob sie die massiven Probleme des US-Gesundheitssystems lösen kann.

In den USA existiert weder eine Krankenversicherungspflicht (wie in Deutschland oder Frankreich), noch ein über den Status des Wohnbürgers garantierter Zugang zur Krankenversorgung (wie in Großbritannien oder den skandinavischen Ländern). Gleichwohl gibt es eine Reihe von staatlichen Fürsorgeprogrammen, die sich an bestimmte, als schutzbedürftig angesehene Bevölkerungsgruppen wenden. Die beiden wichtigsten sind die 1965 unter Präsident Lyndon D. Johnson eingeführten Programme Medicaid und Medicare.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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