Ausgabe Februar 2012

Der Streit um die Genitalverstümmelung

Es ist ein sehr emotional und kontrovers diskutiertes Thema, dem sich die Ethnologin und Politikwissenschaftlerin Janne Mende widmet: die weibliche Genitalbeschneidung. Für die einen ist diese Praxis ein Verbrechen an jungen Mädchen, andere befürworten sie unter Berufung auf ein Recht auf Tradition. In ihrem Buch „Begründungsmuster weiblicher Genitalverstümmelung – zur Vermittlung zwischen Universalismus und Kulturrelativismus“ reflektiert Mende das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln – und bezieht deutlich Stellung gegen Genitalverstümmelung.

Die vor allem in afrikanischen und einigen asiatischen Ländern praktizierte traditionelle (Teil-)Beschneidung weiblicher Genitalien verletzt nicht nur das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, sondern auch die Menschenrechte auf Gesundheit, Freiheit von Folter und grausamer, inhumaner Behandlung sowie schließlich – falls es zu tödlichen Komplikationen kommt – auch das Recht auf Leben. Internationale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO, das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und der Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen
UNIFEM haben sich deshalb der Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung verschrieben. Sie unterstützen Kampagnen zur Abschaffung dieser Praxis, die sowohl nach der Gesetzgebung der Europäischen Union als auch der arabischen Charta der Menschenrechte strafbar und in mehreren afrikanischen Ländern verboten ist.

Sie haben etwa 17% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 83% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema