Ausgabe Mai 2013

Nordkorea und der ungewollte Krieg

Ostasien kommt nicht zur Ruhe: 2011 versetzten der Tsunami und die Nuklearkatastrophe von Fukushima die Welt in Angst und Schrecken, seit 2012 rasseln Japan und China im Streit um die im ostchinesischen Meer gelegenen Senkaku-Inseln mit den Säbeln und seit einigen Wochen droht Nordkorea wieder einmal mit einem Atomkrieg.

Die aktuellen Drohungen des jungen Diktators in Pjöngjang sind durchaus ernst zu nehmen. Die mit konventionellen Waffen ausgerüstete Armee ist trotz ihrer immensen Mannschaftsstärke der viel moderneren südkoreanischen zwar unterlegen, das Land hat aber in jüngster Zeit große Fortschritte in der Entwicklung seiner Nuklear- und Raketentechnologie gemacht. Dem Besitz von einsatzfähigen Atomwaffen zumindest nahe zu sein, verleiht dem Regime ein Gefühl der Unangreifbarkeit und könnte es zukünftig zu weiteren Eskalationsschritten ermutigen. Zudem weiß niemand, ob der junge Kim Jong-un seine zur Schau getragene Spontanität immer unter Kontrolle hat.

Dabei hatte der neue Machthaber noch in seiner Neujahrsrede von einem wirtschaftlichen Kurswechsel gesprochen, an dessen Ende die Wiedervereinigung Nord- und Südkoreas stehen könnte. Und auch die Ernennung des als Wirtschaftsreformer geltenden Pak Pong-jus als Premierminister hatte die Hoffnung auf ein Ende des nordkoreanischen Konfrontationskurses genährt.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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