Ausgabe Mai 2013

Schweden: Migration für Markt und Menschenrechte

Im vergangenen Jahr hat Schweden so viele Zuwanderer aufgenommen wie noch nie zuvor: Die schwedischen Behörden erteilten ganze 111 000 Aufenthaltsgenehmigungen – das sind rund 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Die größte Zuwanderungsgruppe bildeten dabei mit rund 37 Prozent die nachgezogenen ausländischen Angehörigen schwedischer Staatsbürger oder bereits in Schweden lebender Migranten. Weitere 23 Prozent der Einwanderer kamen im Rahmen der Personenfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union. Arbeitsmigranten aus Nicht-EU-Staaten stellten mit rund 18 Prozent die drittgrößte Gruppe, gefolgt von Flüchtlingen und anderen Schutzbedürftigen (16 Prozent) sowie von Studierenden (6 Prozent).

In der schwedischen Öffentlichkeit werden diese Zahlen durchaus zur Kenntnis genommen, allerdings blieb eine stark vorurteilsbeladene Debatte, wie jüngst in Deutschland in Bezug auf Sinti und Roma, bisher weitgehend aus. Grund dafür dürfte nicht zuletzt die von Schweden schon länger verfolgte offene Zuwanderungs- und Asylpolitik sein, die sich stark von der Situation in anderen Staaten Europas abhebt.

Zwar ist die Harmonisierung nationalstaatlicher Migrationspolitik in der EU zuletzt vorangeschritten, speziell im Asylbereich sind die seit vielen Jahren immer gleichen Probleme aber geblieben.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema