Ausgabe August 2014

Von Horkheimer zu Habermas und in die Neue Welt

Der ethisch-politische Horizont der Kritischen Theorie

Es ist mir eine große Freude und Ehre, heute im Rahmen des hundertjährigen Jubiläums der Goethe-Universität Frankfurt zu Ihnen sprechen zu dürfen.[1] Mein Vortrag wird Sie auf eine tour d‘horizon mitnehmen und zentrale Marksteine der Geschichte der Kritischen Theorie in Erinnerung rufen – von den 1930er Jahren über das Werk von Jürgen Habermas bis in die Gegenwart. Dabei möchte ich einige der thematischen Stränge der Kritischen Theorie wieder aufgreifen, die ich in meinem ersten Buch „Kritik, Norm und Utopie. Die normativen Grundlagen der Kritischen Theorie“ untersucht habe.[2] Ausgehend von der Frage nach dem ethisch-politischen Horizont der Frankfurter Schule werde ich in meinen Schlussfolgerungen dafür plädieren, dass wir die verschiedenen, manchmal konkurrierenden, aber nicht immer gegensätzlichen Denkrichtungen in einem umfassenderen Verständnis unserer Tradition, der Kritischen Theorie, zusammenführen können.

Die Frage nach dem „Horizont“ einer Theorie

Der Begriff „Horizont“ bezeichnet eine Reihe von konzeptionellen, historischen, kulturellen oder ökonomischen Voraussetzungen, die den bewussten oder unbewussten Hintergrund für die Herausbildung einer Theorietradition formen.

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (3.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema