Ausgabe Januar 2015

Starkes schwaches China

Während sich Deutschland des Mauerfalls vor 25 Jahren erinnerte, fanden – wie schon vor fünf Jahren – die historischen Ereignisse der Zukunft in der Pazifikregion statt. Vom 10. bis 12. November versammelten sich die politischen Führer zum APEC-Gipfel (Asia Pacific Economic Cooperation) in Peking. Dem langjährigen Weltbank-Ländervergleich zufolge löste China 2014 die USA als größte Volkswirtschaft der Welt ab (auch wenn die Pro-Kopf-Kaufkraft der Chinesen weit niedriger ist als die der US-Amerikaner).[1] Solche Zahlen bestärken die Führung der Volksrepublik und ihren starken Mann Xi Jinping, sich der Welt als Land der Superlative zu präsentieren. Wie schon für die Olympischen Spiele 2008 wurden auch diesmal unglaubliche Bauten errichtet, mit denen sich Peking als die Kapitale des 21. Jahrhunderts präsentierte.[2]

Die gigantische Luftverschmutzung, unter der weite Teile Chinas leiden, machten aber zugleich die Schattenseiten von Chinas Erfolgsstory deutlich. Selbst die Abschaltung von Kraftwerken, die zeitweilige Stilllegung von Fabriken und strenge Beschränkungen im Verkehr ließen den Himmel über Peking nicht blau werden.

Für Chinas Präsidenten Xi Jinping war das aber kein Hindernis, von seinem Traum eines von China geführten Asiens zu sprechen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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