Ausgabe Januar 2018

Brandherd Nordkorea: Donald Trump gegen Kim Jong-un

Der gefährlichste Brennpunkt der Welt liegt derzeit im Fernen Osten. Die Möglichkeit eines Krieges zwischen den USA und Nordkorea wächst laut US-Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster mit jedem Tag. Nordkorea sei die „größte unmittelbare Bedrohung für die Vereinigten Staaten“, so McMaster am 2. Dezember 2017 bei einer Rede vor dem Reagan National Defense Forum. „Das heißt, wir sind in einem Wettlauf, ja wirklich, in einem Wettlauf, um dieses Problem zu lösen.“[1]

Das Zeitfenster wird tatsächlich immer kleiner, seitdem am 29. November 2017 eine neue Rakete des Typs Hwasong-15 getestet wurde. Sie hat eine Reichweite von 13 000 km und kann das ganze Territorium der USA erreichen[2] – eindeutig der bisherige Höhepunkt im nordkoreanischen Rüstungsprogramm. Damit demonstrierte Nordkorea ein weiteres Mal, dass es zum Bau von Langstreckenraketen fähig und dabei gefährlich konsequent ist.

Kim Jong-un wurde oft als gefährlich und verrückt bezeichnet. Doch in einem Zeitraum von nur sechs Jahren und unter schwierigsten Bedingungen ein großes Inventar nuklearer Sprengsätze und eine ganze Palette unterschiedlicher Raketentypen zu entwickeln, zeugt von bemerkenswerter Konsequenz. Noch vor fünf Jahren galt Pjöngjang als „Papiertiger“ und der Bau nuklear bewaffneter Langstreckenraketen als unwahrscheinlich.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Euphorie und Ernüchterung: Bangladesch nach dem Aufstand

von Natalie Mayroth, Dil Afrose Jahan

Im September fanden an der Universität Dhaka, einer der wichtigsten Hochschulen Bangladeschs, Wahlen zur Studentenvereinigung statt. Manche sehen sie als Testlauf für die nationalen Wahlen. Daher ist es ein Warnsignal, dass dort ausgerechnet der Studentenflügel der islamistischen Jamaat-e-Islami gewann.