Ausgabe März 2019

Deutscher Protestantismus: Politische Theologie à la Carl Schmitt?

Bild: Jonathan Schöps / photocase.com

In der Januar-Ausgabe rekonstruierte „Blätter“-Mitherausgeber Micha Brumlik die israelische Staatsgeschichte und übte dabei auch Kritik an Vertretern der evangelischen Kirche. Darauf erwidert der Politikwissenschaftler Sebastian Wolf.

Micha Brumlik hat in einem bemerkenswerten Beitrag zu Recht festgestellt, moderner Nationalismus enthalte häufig „Gründungs- und Rechtfertigungsideologien, die auf einem Wiederauferstehungsmythos basieren“.[1] Damit zusammenhängend diagnostiziert er im Hinblick auf die israelische Staatsgründung vielfach eine „presentic fallacy“, eine präsentische Täuschung, in Form einer unverhältnismäßigen „Aufladung eines kleineren regionalen Konflikts im Lichte der jüdischen und christlichen Tradition“. Anstelle dieser theologischen Aufladung käme es darauf an, den Israel-Palästina-Konflikt „nüchtern im globalen Kontext zu sehen“.

Unter den zahlreichen von Brumlik kritisch erwähnten Akteuren befinden sich wenig überraschend viele religiöse, theologische oder kirchliche Autoren und Gruppierungen. Auffallend ist allerdings, wie schlecht die evangelische Kirche und protestantische Theologen in der Analyse wegkommen.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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