Ausgabe Juni 2023

Der maskierte Raub

Künstliche Intelligenz und die Halluzination der Tech-Konzerne

Symbolbild KI, 25.8.2021 (IMAGO / Shotshop)

Bild: Symbolbild KI, 25.8.2021 (IMAGO / Shotshop)

In der vielschichtigen Debatte über die schnelle Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) gibt es eine vergleichsweise obskure Auseinandersetzung um die „KI-Halluzinationen“. Auf diesen Begriff haben sich die Architekten und Förderer der generativen KI geeinigt, um Antworten von Chatbots zu bezeichnen, die völlig erfunden oder einfach falsch sind. Dabei geht es beispielsweise um den Fall, dass man einen Bot nach einer Definition für etwas fragt, das es nicht gibt, und er eine solche dann ziemlich überzeugend liefert, abgerundet mit erfundenen Fußnoten. „Niemand im Feld [der KI] hat diese Halluzinationsprobleme bisher lösen können“, stellte Sundar Pichai, der Vorstandsvorsitzende von Google und Alphabet kürzlich in einem Interview fest.

Das ist wahr. Aber warum werden diese Fehler überhaupt „Halluzinationen“ genannt? Warum nicht algorithmischer Müll? Oder Störung? Nun ja, der Begriff Halluzination bezieht sich auf die mysteriöse Fähigkeit des menschlichen Gehirns, Phänomene wahrzunehmen, die nicht da sind, jedenfalls nicht auf konventionelle, materielle Weise.

»Blätter«-Ausgabe 6/2023

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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