Ausgabe Februar 2026

Nina Warken in Aktion, Gesundheit in Gefahr

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), 19.12.2025 (IMAGO / Political-Moments)

Bild: Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), 19.12.2025 (IMAGO / Political-Moments)

Nun stellt auch Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Kranken an den Pranger: Sie will die telefonische Krankschreibung überprüfen. Obwohl es viele gute Gründe gibt, dass erkältete Menschen die Arztpraxen nicht verstopfen. Die Beliebtheitswerte werden sich für Warken dadurch kaum erhöhen, 44 Prozent sind mir ihrer Arbeit „sehr unzufrieden“, nur sieben Prozent »sehr zufrieden«.[1] Zwar war sich der Schätzerkreis im Oktober noch uneins über die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) im kommenden Jahr, doch spätestens die Daten des dritten Quartals 2025 ließen alle Alarmglocken läuten: Die Ausgaben waren um 7,6 Prozent gestiegen, während die Kassen ein Plus von nur 5,3 Prozent verzeichneten. Das Defizit des Gesundheitsfonds lag bei 6,7 Mrd. Euro. 

Gleichzeitig begann für Warken eine neue Runde im Ringen mit den Ländern, denen die Anpassungen bei der geplanten Krankenhausreform noch immer nicht weit genug gingen.[2] Außerdem hatte das Bundesverfassungsgericht das Triage-Gesetz kassiert.[3] Das gehörte ebenfalls ins Erbe ihres Vorgängers Karl Lauterbach: Welche Kriterien haben Vorrang, wenn im Krisenfall mehr Patient:innen behandelt werden müssen, als Ressourcen bereitstehen? Die Richter haben sich dazu gar nicht positioniert, sondern monierten Formales. Für ein solches Gesetz, entschieden sie, sei nicht der Bund, sondern seien die Länder zuständig.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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