Sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche
Bild: Kreuz auf einem Wörterbuch mit dem Wort »Missbrauch«, Symbolfoto: IMAGO / Christian Ohde
Als Anfang 2010 die ersten Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche bekannt wurden, war die öffentliche Empörung groß. Vonseiten der Kirche hingegen folgte jahrelanges Schweigen. Erst zehn Jahre später setzte sie in allen Bistümern Kommissionen zur Aufarbeitung ein. Doch deren Arbeit kollidiert immer wieder mit den tradierten Machtstrukturen in der Kirche – mit teils gravierenden Folgen für die Betroffenen.
Es hat sich etwas getan in der katholischen Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch – aber es hat gedauert.« So fasst der »Südwestrundfunk« Ende Oktober 2025 den Umgang mit sexualisierter Gewalt im Bistum Trier zusammen. Anlass war die Studie der dortigen Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung (UAK) des sexuellen Missbrauchs. Zugleich stellte auch die UAK Augsburg das Ergebnis ihrer dreijährigen Arbeit im Bistumsarchiv Augsburg vor. Im Dezember folgte die Studie aus dem Bistum Passau.[1] Diese Kommissionen sind drei von insgesamt 23 unabhängigen Aufarbeitungskommissionen, die die deutschen Bistümer seit 2020 einberufen haben. Grundlage für ihre Arbeit ist die »Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Deutschland«[2] (GE).