Ausgabe Februar 2026

Ein Panorama rechten Geisteslebens

Maik Tändler: Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik. Cover: Wallstein

Bild: Maik Tändler: Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik. Cover: Wallstein

Studien zur extremen Rechten blieben in der Geschichtswissenschaft lange randständig, dabei eröffnet der Forschungsgegenstand vielfältige Perspektiven auf zeithistorische Fragen. Wie eine gelungene Darstellung den Zeitabschnitt über die Kernfrage hinaus aufzuhellen vermag, zeigt Maik Tändlers Studie über »Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik«. Tändler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ), hat sich mit Mohler nicht nur einen zentralen Protagonisten der äußersten Rechten in der alten Bundesrepublik vorgenommen. Die Biografie des Autors und Politikstrategen dient ihm zugleich als »Sonde« zur Rekonstruktion einer »intellektuellen Rechten im weiten Feld konservativer Politik und Publizistik«. Angesichts der zahlreichen Kontakte Mohlers als Leiter der Münchner Siemens Stiftung führt das zwangsläufig zu Exkursen, doch Mohlers publizistischer Aufstieg – und späterer Fall – ist ohne politik- und geistesgeschichtliche Rahmung schwer zu verstehen. So ist ein Panorama des rechten Geisteslebens der alten Bundesrepublik entstanden. Da Mohlers Weg bislang vor allem durch die eigenen Gefolgsleute mehr verklärt als erforscht wurde, ist das eine verdienstvolle Leistung.

Die Darstellung beginnt 1967 mit der Verleihung des Adenauer-Preises durch die rechtskonservative Deutschland-Stiftung an Mohler.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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