Ausgabe Juli 2026

Mühsam, aber unabdingbar: Demokratie in der Klimakrise

Jürgen Habermas, 4.7.2018 (IMAGO / photothek)

Bild: Jürgen Habermas, 4.7.2018 (IMAGO / photothek)

Der Druck, die sich rapide verschärfende Klimakrise einzudämmen, steigt Tag für Tag. Die Demokratie mit ihren oft zähen Prozessen scheint der Dringlichkeit ihrer Bekämpfung nicht gewachsen – und bringt nicht immer angemessene Lösungen hervor. Und trotzdem ist sie die Bedingung dafür, dass Lösungen sich am Wohle vieler orientieren – und nicht an den Interessen weniger Mächtiger. 

Demokratie ist mühsam. Die deliberative Demokratie im Sinne von Jürgen Habermas, die auf Diskurs und Verständigung auf allen Ebenen ausgerichtet ist und nicht auf Regieren mit executive orders, löst Probleme nicht über Nacht. In Zeiten von weiterhin dramatisch steigendem CO2-Ausstoß und einer sich damit rapide verschärfenden Klimakrise stellen viele explizit oder implizit die Frage, wie unter stetig wachsendem Handlungsdruck agiert werden soll, ohne entweder die Demokratie zu opfern oder die Dringlichkeit zu verharmlosen und damit die Lebensgrundlage vieler Menschen weiter zu zerstören. Zu viele kommen aus meiner Sicht zu dem Schluss, entweder die Demokratie oder den Klimaschutz oder gleich beides aufzugeben. Im besten Fall ist dies verzweifelter Defätismus, aber ganz bestimmt keine Lösung der Klimakrise, denn diese lässt sich nur aufhalten, indem wir ihre Ursachen bekämpfen. Kurzum: Wir müssen aufhören, Öl, Kohle und Gas zu verbrennen.

»Blätter«-Ausgabe 7/2026

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