Bild: Auch Wochen nachdem Tausende Migranten nach Ceuta kamen, ist die humanitäre Lage katastrophal, 19.8.2026 (IMAGO / Europa Press)
Die Bilder waren selbst für Ceuta ungewöhnlich. Schwimmend und über Kaimauern und Hafenanlagen kletternd, überwanden Ende Juli mehr als 70 000 Menschen die Landgrenze zur spanischen Exklave auf marokkanischem Territorium. In den Tagen zuvor war in Sozialen Medien massiv für einen Grenzübertritt mobilisiert worden. Zwar kehrte das Gros der Migranten in den Folgetagen überwiegend freiwillig nach Marokko zurück, aber der Schutz der europäischen Außengrenze steht seitdem im Zentrum der politischen Debatte. Während in Spanien dabei zunächst ein möglicherweise beabsichtigtes Versagen der marokkanischen Grenzkontrollen im Fokus stand, konzentrierte man sich im Rest Europas auf Madrids Rolle in der gemeinsamen Migrationspolitik. Aus der Grenzkrise wurde in wenigen Tagen ein europäischer Richtungsstreit.
Den Aufschlag machte dabei Italiens rechte Premierministerin Giorgia Meloni. Bereits am 31. Juli führte Rom Kontrollen für Drittstaatsangehörige ein, die aus Spanien einreisten, und begründete diesen Schritt mit Risiken für Italiens nationale Sicherheit. Spaniens Premier Pedro Sánchez reagierte mit einem scharfen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, in dem er neben der »solidaritätsbasierten Einwanderungspolitik« auch den effektiven Grenzschutz seines Landes betonte und eine Dringlichkeitssitzung der EU-Innenminister forderte.