Das alte Denken der neuen Rechten | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Das alte Denken der neuen Rechten

Mit Heidegger und Evola gegen die offene Gesellschaft

von Micha Brumlik

Daran, dass sich derzeit in beinahe allen Ländern Europas eine explizit rechte, nicht mehr nur konservative Grundstimmung verfestigt, kann kein Zweifel bestehen. Und dies dem Umstand zum Trotz, dass keineswegs alle Länder von den üblichen Ursachen derartiger Stimmungen betroffen sind. In Deutschland zum Beispiel ist die soziale und ökonomische Lage so gut wie seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr: Die Arbeitslosigkeit hat sich bei etwa sechs Prozent eingependelt, die Steuereinkommen sprudeln, sogar die Renten sind leicht angestiegen, das Exportgeschäft boomt noch immer ungebrochen und der Handel verbucht (auch infolge der Fluchtbewegung) eine anhaltende Nachfrage.

Einzuräumen ist, dass die Kluft zwischen den höchsten und niedrigsten Einkommensgruppen immer größer wird und die Zahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse konstant hoch bleibt. Aber erklärt das bereits die erstaunliche Konjunktur rechtspopulistischer Stimmungen und rechtsradikaler Einstellungen? Und kann diese Neue Rechte überhaupt auf ein theoriefähiges Programm zurückgreifen – gerade in Deutschland, da ja noch immer zu gelten scheint, dass alles, was in irgendeiner Weise an die Zeit des Nationalsozialismus erinnert, in der Arena der Öffentlichkeit tabu ist?

Von den Identitären zur AfD

Der dem systemtheoretischen Denken Niklas Luhmanns verpflichtete Soziologe Armin Nassehi, er lehrt und forscht an der Universität München, hat 2015 ein bemerkenswertes, provokatives Buch unter dem Titel „Die letzte Stunde der Wahrheit. Warum rechts und links keine Alternativen mehr sind und Gesellschaft ganz anders beschrieben werden muss“ publiziert. In diesem Buch, das nicht zuletzt durch seinen Briefwechsel mit dem Rechtsintellektuellen Götz Kubitschek auffällt, will Nassehi nicht nur nachweisen, dass linkes, universalistisches Denken schon deshalb die Gesellschaft nicht ändern kann, weil die Vertreter dieses Denkens de facto „rechts“ leben, sondern auch eine – freilich zu kurz greifende – Charakterisierung „rechten“ Denkens geben: „Rechts zu denken, heißt“ laut Nassehi, „dass man menschliche Existenz nur als unhintergehbare Gruppenexistenz denken kann – mit allen Konsequenzen, die das dann theoretisch normativ und auch politisch hat. Menschen sind dann in erster Linie Mitglieder größerer Gemeinschaften, und die Lösung gesellschaftlicher Probleme wird letztlich der Homogenität beziehungsweise der inneren Kohäsion einer solchen Gruppe auferlegt. Die Vorbedingung für die rechte Idee der Volkssolidarität war die linke Idee der Volkssouveränität. Beide sind gleichursprünglich entstanden.“[1]

Zweifellos stellen kulturalistisch gedeutete Homogenitätsannahmen eine Grundlage des neuen, rechten Denkens dar – allerdings nur eine. Mindestens so bedeutsam sind Konzepte einer Politisierung des Raums sowie Überlegungen zur (Re)sakralisierung sozialer Funktionen, insbesondere von Herrschaft.

Alle drei Elemente – kulturalistisch gedeutete Homogenität, Politisierung des Raumes sowie Wiederverzauberung gesellschaftlicher Funktionen – schießen in den politischen Überzeugungen jener Gruppen zusammen, die sich in Österreich und Deutschland mit Blick auf Frankreich als „Identitäre“ bezeichnen, auf die französische „Nouvelle Droite“ des noch immer aktiven Alain de Benoist zurückgehen und dessen Vorstellungen vertreten. Demnach hat jede Ethnie ein eigenes Lebensrecht, aber nur in dem ihr zustehenden Raum. Im Internetauftritt des österreichischen Arms der Bewegung wird die identitäre Idee als „eine Botschaft der Freiheit und Selbstverwirklichung jedes Volkes und jeder Kultur im Rahmen ihres eigenen Charakters“ dargestellt, ihre Botschaft beinhalte daher Rassismus“.[2]

Wer sich zu seiner regionalen, nationalen und kulturellen Herkunft bekennt, ist und lebt damit „identitär”. Bei alledem geht es nicht um die dumpfen Ressentiments der Pegida-Demonstranten, sondern um ein Spektrum von Personen und Medien, die – angefangen von der rechtsreformistischen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ über die Bücher des „Antaios Verlages“, die Publikationen des „Instituts für Staatspolitik“, die Jugendzeitschrift„Blaue Narzisse“ bis hin zur Zeitschrift „Sezession“ – darum bemüht sind, rechtes Denken zu rehabilitieren. Nicht zu vergessen Jürgen Elsässer und die von ihm herausgegebene Zeitschrift „Compact“, der – mit pazifistischen Begründungen – ein schon von der „Konservativen Revolution“ der Zwischenkriegszeit angestrebtes deutsch-russisches Bündnis und damit ein fremdenfeindliches, autoritäres Regierungsprojekt propagiert. Dass es hier durchaus Verbindungen in die AfD gibt, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass ein ehemaliger Assistent Peter Sloterdijks, der Philosoph Marc Jongen, als Hausphilosoph der AfD in Baden-Württemberg um eine entsprechende Grundlegung seiner Partei bemüht ist – ein Unternehmen, das er – weitestgehend unbemerkt – bereits in der Januarausgabe der Zeitschrift „Cicero“ 2014 angekündigt hatte.[3]

Autoren und Autorinnen all dieser Publikationsorgane sehen sich dem verpflichtet, was sie mit einem Ausdruck Martin Heideggers als „Metapolitik“ bezeichnen, also einer sich philosophisch gebenden Lehre von der Politik, die jedoch so kommuniziert werden soll, dass sie als „Gramscianismus von rechts“ kulturelle Kommunikationsmuster bereits im vorpolitischen Raum verändert, um so die Bereitschaft zur Hinnahme von nationaler Schließung, autoritärer Unterordnung und ethnischer Homogenität zu fördern.

Von Martin Heidegger zu Alexander Dugin

Dabei sind die Grenzen zum historischen Faschismus schnell überschritten: Zeitgeistige Kommunikationsformen wie etwa „Metapolitika“, ein Blog der identitären Bewegung, propagieren den Mussolini von rechts kritisierenden Philosophen Julius Evola sowie vor allem den zeitweise auch von Wladimir Putin protegierten Alexander Dugin. Evola, diese hierzulande bisher eher unbekannte Gestalt, wurde – wie neuerdings zu erfahren war – auch von einem der wohl wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, von Martin Heidegger, zustimmend rezipiert.[4] Hier herrschte eine Wahlverwandtschaft, weil sich Evola wie Heidegger gegen Kommunismus und „Amerikanismus“ wandte.

Immer wieder Martin Heidegger: Es ist kein Zufall, dass die Debatte um diesen Mann, der seine Mitgliedschaft in der NSDAP niemals aufgab, der – wie die seit 2013 bekannten „Schwarzen Hefte“ unwiderleglich beweisen – ein überzeugter Antisemit war und den Juden ihre Ermordung selbst zurechnete, bis heute nicht enden will. Wird sich doch an der Debatte um ihn, zumal nach dem Bekanntwerden seines „Seinsgeschichtlichen Antisemitismus“ (Peter Trawny) erweisen, ob ein der Aufklärung, den Menschenrechten, dem Individualismus und der liberalen Demokratie feindliches Denken überhaupt noch eine Chance hat.

Für Alexander Dugin firmiert Heidegger jedenfalls als wesentlicher Gewährsmann seiner radikal antiuniversalistischen Theorie. Gleichzeitig richtet sich die Neue Deutsche Rechte zunehmend an Alexander Dugin aus. So publizierte Jürgen Elsässer in seiner Zeitschrift „Compact“ ein Interview mit dem Philosophen, in dem dieser auf die Frage, warum er die eurasische Idee propagiere, Folgendes zu Protokoll gab: „Weil es sich dabei um ein Konzept handelt, welches den Herausforderungen Russlands und der russischen Gesellschaft begegnet. Was sind die Alternativen? Es gibt den westlich-liberalen Kosmopolitismus, doch die russische Gesellschaft wird diese Idee niemals akzeptieren. Dann gibt es den Nationalismus, der sich für das multiethnische Russland ebenfalls nicht eignet. Auch der Sozialismus eignet sich nicht als tragendes Ideal für Russland, im Prinzip hat er auch in der Vergangenheit dort nie wirklich funktioniert. Die eurasische Idee ist daher ein realistisches und idealistisches Konzept. Es ist nicht nur irgendeine romantische Idee, es ist ein technisches, geopolitisches und strategisches Konzept, welches von all jenen Russen unterstützt wird, die verantwortungsbewusst denken.“[5]

Entweder – oder: Selbstmord der Gattung oder die Kehre

Alexander Dugin, geboren 1962, war in den 1990er Jahren stellvertretender Vorsitzender der inzwischen verbotenen nationalbolschewistischen Partei Russlands und von 2010 bis 2014 Professor an der Moskauer Lomonossow-Universität. Als Theoretiker eines „eurasischen“ Kulturraums (im Gegensatz zum „atlantischen“) propagiert er eine „Vierte politische Theorie“, die nach Liberalismus, Faschismus und Kommunismus am ehesten geeignet sei, das Überleben der Menschheit im Zeitalter der Globalisierung zu sichern.

In dem von Dugin verfassten „Manifesto of the Global Revolutionary Alliance“ stellt er fest, dass die Phase des Kapitalismus an ihre natürlichen Grenzen gestoßen, die Ressourcen erschöpft seien, der westlich liberale, kosmopolitische Lebensstil sowie die Kälte des Internets zum Zerbrechen aller gesellschaftlichen Bindungen geführt haben und damit auch das herkömmliche Bild von Individualität und Individuen zerstört worden sei: „Niemals zuvor wurde der Individualismus so vergöttlicht, während gleichzeitig niemals zuvor die Menschen auf der ganzen Welt so ähnlich waren – in ihrem Benehmen, Gewohnheiten, Erscheinungen, Techniken und Geschmäckern. In dem Versprechen der individuellen Menschenrechte hat die Menschheit sich selbst verloren. Bald wird sie durch das Posthumane ersetzt werden: einen geklonten Androiden.“[6]

In diesem Denken führen Globalisierung und „Global Governance“ zum Ende von Völkern und Nationen, zum Ende eines gehaltvollen Wissens zugunsten einer von den Medien verbreiteten „Realität“ sowie zum Ende eines jeden Fortschritts. Bei Weiterentwicklung der gegebenen Zustände sei nichts anderes als eine apokalyptische Katastrophe zu erwarten. All diese Phänomene zeigen das Ende eines langen historischen Zyklus an, der durch Aufstieg und Niedergang der westlichen Welt seit der Antike, spätestens seit der Renaissance, gekennzeichnet ist – am Ende, so Dugin, steht der Selbstmord der Gattung. Eine Rettung sei nur durch eine radikale Umkehr, eine grundlegende Neubesinnung auf andere Kategorien des Denkens möglich, eine Besinnung, die schließlich zur Bildung politischer Formationen führen werde, die den Niedergang des Westens und der USA so beschleunigen, dass sie ihn überleben: raumgebundene Völker ohne jeden wechselseitigen Überlegenheitsanspruch.

Die Kehre ins Rechte, Völkische

Es ist dieser Gedanke einer radikalen Umkehr, einer „Kehre“, weswegen Dugin neben dem geopolitischen Denken der Eurasier besonders auf Martin Heidegger verweist.[7]An Dugins Überlegungen zu Heidegger wird übrigens auch deutlich, dass es keineswegs erst der Heidegger der „Schwarzen Hefte“ war, der sich ideell dem Nationalsozialismus angenähert hatte, sondern bereits der Autor des wichtigen, allemal Philosophiegeschichte machenden Buches „Sein und Zeit“. An der Rezeption dieses Buches durch Dugin ist unter anderem klärungsbedürftig, warum der völkische, rechte Gehalt dieses Buches Heideggers Schülern und Freunden wie Herbert Marcuse, Karl Löwith und – last but not least – Hannah Arendt nicht aufgefallen ist. Dugin jedenfalls bezieht sich ausdrücklich auf „Sein und Zeit“ und die Kategorie des „Daseins“.

„Das Volk bedeutet Dasein. Heidegger sagte: Dasein existiert völkisch. [...] Ein konkretes menschliches Wesen zu sein, meint zuallererst Deutscher, Franzose, Russe, Amerikaner, Afrikaner u.s.w. zu sein. [...] Das Völkische ist die Realität, die der Essenz des Menschen am nähesten kommt.“[8]

Tatsächlich zitiert Dugin ungenau, bezieht sich aber grundsätzlich auf die richtigen Passagen in Heideggers „Sein und Zeit“, nämlich auf den Paragraphen 74, in dem es heißt: „Wenn aber das schicksalhafte Dasein als In-der-Welt-sein wesenhaft im Mitsein mit anderen existiert, ist sein Geschehen ein Mitgeschehen und bestimmt als Geschick.Damit bezeichnen wir das Geschehen der Gemeinschaft, des Volkes. Das Geschick setzt sich nicht aus einzelnen Schicksalen zusammen, sowenig als das Miteinandersein als ein Zusammenkommen mehrerer Subjekte begriffen werden kann. Im Miteinandersein in derselben Welt und in der Entschlossenheit für bestimmte Möglichkeiten sind die Schicksale im vorhinein schon geleitet. In der Mitteilung und im Kampf wird die Macht des Geschickes erst frei. Das schicksalhafte Geschick des Daseins in und mit seiner ‚Generation’ macht das volle, eigentliche Geschehen des Daseins aus.“[9]

Diese Sätze sind – etwa bei Emmanuel Faye bereits 2005[10] sowie später bei Johannes Fritsche[11] – als tragende Motive einer letztlich völkischen Philosophie erkannt worden. Tatsächlich werden diese Motive auch nicht erst im späteren Paragraphen 74, sondern bereits in der Exposition von „Sein und Zeit“, im Paragraphen 6, eingeführt. In diesem Paragraphen geht es Heidegger darum, eine objektivierende Betrachtung der Geschichte zurückzuweisen und klarzumachen, dass die je richtig ergriffene Vergangenheit dem „Dasein“ vorausgeht, das heißt sein Schicksal in seiner Generation bestimmt – sofern dieses Schicksal kämpferisch ergriffen wird.

Vom Sein zum Raum: Ein eurasischer Denker

Für Alexander Dugin gewinnt diese seinsgeschichtliche Bestimmung allerdings nur in einer kulturalistischen Theorie des Raumes Bedeutung, einer Theorie, deren Motive er frühen „eurasischen“ Denkern sowie – wiederum – jetzt aber dem späteren Heidegger entnimmt. Indem sich Dugin auf den Ethnographen, Dichter und Philosophen Lew Nikolajewitsch Gumiljow (1912-1992), einen Sohn der Dichterin Anna Achmatowa, bezieht, kann er als „eurasischen“ Idealismus eine Weltsicht bestimmen, gemäß deren jedes „Ethnos“ ein natürliches Gebilde ist, das unter dem Einfluss kosmischer Energien steht, die sein Schicksal verändern können.

Unter „Ethnos“ versteht diese Theorie jede Form menschlicher Gruppen, sofern sie eine gemeinsame Geschichte haben. Die politische Form jedoch, die derlei Gruppen im eurasischen Bereich annehmen, ist – anders als im westlichen Denken – nicht die der „Demokratie“, sondern die der „Demotie“: „Eine solche Partizipation“, so wiederum Dugin, „negiert keine Hierarchien und muss nicht durch parlamentarische Parteistrukturen formalisiert werden. Demotia unterwirft sich einem System von Landgerichten, von regionalen oder nationalen Regierungen. Es entwickelt sich auf Basis sozialer Selbstherrschaft und der bäuerlichen Welt. Ein Beispiel für Demotia war die kirchliche Hierarchie, die durch die Gemeindemitglieder der frühen Moskauer Rus gewählt wurde.“[12]

Diese „neo-eurasiatische“ Theorie des Politischen beerbt bewusst das Denken der deutschen „Konservativen Revolution“ und setzt dem modernen Denken einen nicht mehr linearen, sondern zyklischen Zeitbegriff ebenso entgegen wie eine Lehre radikal verschiedener Seinsweisen und einer „heiligen Geographie“. Daraus aber folgt eine Lehre von der Nicht-Übersetzbarkeit verschiedener in sich geschlossener Kulturen und die Forderung nach wechselseitiger Anerkennung und wechselseitigem Respekt: „Wir sind tief davon überzeugt, dass unser gemeinsames Ziel darin besteht, die spezifische Natur von Nationen, Kulturen, Konfessionen, Sprachen, Werten und philosophischen Systemen zu schützen, denn gerade dies als ein Ganzes bedeutet den ‚blühenden Reichtum’ unseres Kontinents.“[13]Der höchste Wert dieses Weltverständnisses besteht dann darin, die eigene Identität – also jenes Geschick, jene Geschichte, aus der man hervorgegangen ist – zu bewahren, weshalb auch niemandem das Recht zusteht, einem anderen seine eigene „Wahrheit“, sein eigenes „Wertsystem“, aufzunötigen: „Westen und Osten, jede Konfession, ethnische Zugehörigkeit und Kultur“, so Dugin, „haben ihre eigene Wahrheit. Wir haben jeden Grund, unsere Wahrheit mit anderen zu teilen, aber wir dürfen sie niemals durch Gewalt aufzwingen.“

Mit Volk und Raum gegen den Globalismus

Indem der „Neo-Eurasianismus“ die gegenwärtige Globalisierung als das politische Projekt des atlantischen Westens ansieht, kann er dieser Form der Globalisierung eine andere Form der politischen Gestaltung der Welt entgegensetzen, nämlich das Projekt einer strategischen, geopolitischen und ökonomischen Integration des eurasischen Kontinents als der Wiege der europäischen Geschichte und ihrer Völker.[14] Doch spielt auch beim „Neo-Eurasianismus“, wie ihn Dugin propagiert, Heidegger eine nicht geringe Rolle. Wie erst jetzt – nach Erscheinen der „Schwarzen Hefte“ – bekannt wurde, hegte Heidegger – und auch das verbindet ihn mit den Ideologen der „Konservativen Revolution“ – große Hoffnungen mit Blick auf Russland, auf das russische Volk, auf die russische Seele. 1938/1939 jedenfalls notierte Heidegger, offensichtlich in Kenntnis der Nürnberger Gesetze: „Warum sollte nicht die Reinigung und Sicherung der Rasse dazu bestimmt sein, einmal eine große Mischung zur Folge zu haben: die mit dem Slawentum (dem Russischen – dem ja der Bolschewismus nur aufgedrängt und nichts Wurzelhaftes ist)? Müsste da nicht der deutsche Geist in seiner höchsten Kühle und Strenge ein echtes Dunkel meistern und zugleich als seinen Wurzelgrund anerkennen?“[15]

In anderen Notaten beschwört Heidegger Dostojewski (der doch in seinen Dämonen habe sagen lassen: „Wer aber kein Volk hat, der hat auch keinen Gott“), um dann programmatisch – in etwa zur Zeit von Hitlers Überfall auf die Sowjetunion – zu behaupten: „Im Wesen des Russentums liegen Schätze der Erwartung des Gottes verborgen, die alle Rohstofflager wesentlich übertreffen.“[16] Heidegger schien zu ahnen, dass die Hebung dieser Schätze nicht ohne Krieg gegen die Sowjetunion möglich sein werde, indes: „Grausiger aber noch ist, wenn ohne Blutopfer und äußere Zerstörung ein gegen seine Entwurzelung blindes Volk der Geschichtslosigkeit mit dem größten historischen Lärm aller seiner Redner und Zeitungsschreiber entgegentaumelt.“[17]

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum – nach dem Ende des bürokratischen, staatskapitalistischen „Kommunismus“ der Sowjetunion – sich die radikale europäische Rechte dem Russland Putins verbunden fühlt und warum Putin die europäische Rechte von Marine Le Pen bis zu Viktor Orbán finanziell und ideell fördert. Die guten Beziehungen zwischen dem Front National und Putin erscheinen zunächst widersprüchlich, da Le Pen sich doch gar nicht genug mit den Errungenschaften der Französischen Revolution und der Republik brüsten kann, indes: Indem Le Pen Revolution und Republik als ausschließlich nationale Errungenschaften Frankreichs ebenso feiert wie etwa Jeanne d’Arc, zieht sie dem Revolutionsgedanken seinen universalistischen, grenzüberschreitenden Stachel und macht das französische Erbe damit – ganz im Geiste de Gaulles – zu einer Ausformung des „Europas der Vaterländer.“ Dabei folgen ihr nicht wenige ehemals antitotalitäre linke, jetzt aber immigrationsfeindlich und nationalistisch gesinnte Intellektuelle, wie zuletzt Alain Finkelkraut, der erst kürzlich in die Académie française berufen wurde, jenen Weihetempel französischer Sprache und Kultur. Damit reicht der politische Raum für das „eurasische Projekt“ inzwischen von Sibirien bis zu den Pyrenäen.

Eine politische Theorie des Raumes

Allerdings ist an dieser Stelle auf eine, jedenfalls relative, Richtigkeit der eurasischen Idee hinzuweisen, insofern sie darauf beharrt, dass „Raum“ eine wesentliche politische Kategorie ist, ein Umstand, den westlich-liberale Gesellschaften in den letzten Jahrzehnten zu vergessen sich leisten konnten. Pointiert ließe sich sogar von einer „Raumvergessenheit“ des größten Teils des aktuellen politischen Denkens sprechen. Wenn überhaupt über räumliche Aspekte des Politischen gesprochen und gestritten wurde, dann mit Bezug auf den Raum als „Umwelt“ in der ökologischen Debatte oder mit Bezug auf Planung im kommunalen Bereich.

Dass aber „Raum“ nicht nur – wie Kant in der „Kritik der reinen Vernunft“ meinte – eine Form der Anschauung ist, sondern auch ein wesentlicher Modus menschlicher Existenz, darauf hat nicht zuletzt Heidegger in „Sein und Zeit“ hingewiesen; Menschen befinden sich demnach zunächst und vor allem in (!) bereits wie auch immer gestalteten Räumen.

Es bedurfte offenbar der nur durch die Globalisierung möglich gewordenen Flüchtlingskrise, in der sich Menschen auf langen, gefährlichen Wegen auf die Suche nach einer besseren Heimat machen, um westlichen Gesellschaften diesen Umstand wieder unmissverständlich zur Kenntnis zu bringen. Diese Raumgebundenheit des Menschen war übrigens auch dem nicht nur erkenntnistheoretisch, sondern eben auch politisch-ethisch denkenden Immanuel Kant stets bewusst. Im Paragraphen 62 der „Metaphysik der Sitten“ lesen wir: „Die Natur hat sie [nämlich die Völker der Erde, M.B.] alle zusammen (vermöge der Kugelsgestalt ihres Aufenthalts, als globus terraqueus) in bestimmte Grenzen eingeschlossen, und, da der Besitz des Bodens, worauf der Erdbewohner leben kann, immer nur als Besitz von einem Teil eines bestimmten Ganzen, folglich als ein solcher, auf den jeder ein ursprüngliches Recht hat, gedacht werden kann: so stehen alle Völker ursprünglich in einer Gemeinschaft des Bodens, nicht aber der rechtlichen Gemeinschaft des Besitzes.“ Mit anderen Worten: Nur wenn der Lebensraum der Menschheit eine unbegrenzte, unendliche Fläche wäre, entfiele die Notwendigkeit einer rechtlich – und das heißt dann in letzter Instanz politisch – gestalteten Form des von Menschen bewohnten Raums.

Freilich sind auch innergesellschaftliche, politische Instanzen und Institutionen nicht ohne Raumbezug zu verstehen – insbesondere nicht die zumal im breiten linksliberalen Milieu seit Jürgen Habermas sowie Alexander Kluge und Oskar Negt immer wieder beschworene Kategorie der „Öffentlichkeit“. Es war Hannah Arendt, die in ihrem Buch „Vita Activa“ darauf hinwies, dass das „Politische“ nicht ohne die konkrete Räumlichkeit eines allen (freien) Bürgern zugänglichen Raumes, der „Agora“ der griechischen Polis (im Unterschied zur Geschlossenheit des privaten Haushalts), zu denken ist. Kein Zufall ist es auch, dass im aktuellen zivilgesellschaftlichen Begriff der „Öffentlichkeit“ die Raumkategorie des „Offenen“ – im Unterschied zum „Ge-“ oder „Verschlossenen“ – mitschwingt, eines Raumes also, in dem sich die Mitglieder des politischen Gemeinwesens mit dem Zeigen ihres Antlitzes und also ihrer Individualität wechselseitig anerkennen, zugleich verschonen und sich aufeinander beziehen.

Wer flüchtet, bewegt sich von einem Ort zum anderen, wer flüchtet, passiert „natürliche“ Grenzen, also Landschaftsbarrieren sowie „politische“ Grenzen – Demarkationslinien. Die ausgrenzende „eurasische“ Ideologie stellt daher gerade vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise und zumal für Vertreter und Vertreterinnen einer universalistischen, globalen politischen Ethik eine gewaltige Herausforderung dar, die von nun ab anzunehmen ist, will man nicht rechtem Denken den politischen Raum überlassen.

„Raum“ ist insofern als fundamentale politische Kategorie unbedingt wiederzuentdecken – auch und sogar dann, wenn dazu als Bezugsautoren vorerst nur „rechte“ Denker wie Carl Schmitt oder eben Heidegger zur Verfügung stehen.[18]

Ungarn als Beispiel, Evola als Theoretiker

Wenn aber „Raum“ politisch zu gestalten ist, dann bietet das aktuelle rechte Denken dazu zunächst Abwehrforderungen an: gegen Immigration, gegen eine multikulturelle Gesellschaft, gegen den Islam bzw. die Islamisierung. Als politische Form wird der geschlossene, klassische Nationalstaat propagiert, in dem freilich – wie gegenwärtig in Ungarn und Polen – Bürger- und Menschenrechte, vor allem Oppositionsrechte, schrittweise zunehmend eingeschränkt werden. Als Ergebnis werden dann Verfassungen in Kraft gesetzt, in denen Demokratie und Menschenwürde zwar noch vorkommen, jedoch eine deutlich nachgeordnete Rolle spielen. Das wird etwa an der im April 2011 mit großer Mehrheit angenommenen neuen ungarischen Verfassung deutlich, die das politische Programm des Ethnopluralismus in Reinform darstellt.

Die Präambel dieser Verfassung lautet in ihrer offiziellen deutschen Übersetzung wie folgt: „WIR, DIE MITGLIEDER DER UNGARISCHEN NATION, erklären zu Beginn des neuen Jahrtausends, in der Verantwortung für alle Ungarn Folgendes: Wir sind stolz darauf, dass unser König, der Heilige Stephan I., den ungarischen Staat vor tausend Jahren auf festen Fundamenten errichtete und unsere Heimat zu einem Bestandteil des christlichen Europas machte. Wir sind stolz auf unsere Vorfahren, die für das Bestehen, die Freiheit und Unabhängigkeit unseres Landes gekämpft haben. Wir sind stolz auf die großartigen geistigen Schöpfungen ungarischer Menschen. Wir sind stolz darauf, dass unser Volk Jahrhunderte hindurch Europa in Kämpfen verteidigt und mit seinen Begabungen und seinem Fleiß die gemeinsamen Werte Europas vermehrt hat. Wir erkennen die Rolle des Christentums bei der Erhaltung der Nation an. Wir achten die unterschiedlichen religiösen Traditionen unseres Landes. Wir leisten das Versprechen, dass wir die geistige und seelische Einheit unserer in den Stürmen des vergangenen Jahrhunderts in Stücke gerissenen Nation bewahren. Die mit uns zusammenlebenden Nationalitäten sind staatsbildender Teil der ungarischen politischen Gemeinschaft. Wir verpflichten uns, unser Erbe, unsere einzigartige Sprache, die ungarische Kultur, die Sprache und Kultur der in Ungarn lebenden Nationalitäten, die durch den Menschen geschaffenen und von der Natur gegebenen Werte des Karpatenbeckens zu pflegen und zu bewahren. Wir tragen die Verantwortung für unsere Nachfahren, deshalb beschützen wir die Lebensgrundlagen der folgenden Generationen durch den sorgfältigen Umgang mit unseren materiellen, geistigen und natürlichen Ressourcen. Wir glauben, dass unsere Nationalkultur einen reichhaltigen Beitrag zur Vielfalt der europäischen Einheit darstellt. Wir achten die Freiheit und die Kultur anderer Völker und streben eine Zusammenarbeit mit allen Nationen der Welt an. Wir bekennen uns dazu, dass die Würde des Menschen die Grundlage des menschlichen Seins ist.“

An dieser Stelle muss offen bleiben, ob und in welchem Ausmaß sich die Verfasser basaler Texte der Neuen Rechten bedient haben – nicht zu übersehen ist jedenfalls, dass diese Verfassung in einer überaus erstaunlichen Weise nicht nur dem eurasischen Programm Dugins entspricht, sondern auch dem Werk eines bisher der Allgemeinheit weitgehend unbekannt gebliebenen Theoretikers, nämlich des italienischen Philosophen und Geistesgeschichtlers Julius Evola (1898-1974).[19] In der Nachfolge vor allem Oswald Spenglers legte Evola, der zur Zeit Mussolinis den Faschismus – wenn man so will – von „rechts“ kritisierte, eine seit mehr als zweitausend Jahre währende Verfallsgeschichte vor, eine Geschichte, die durch die ständige Aufhebung und Destruktion aller Transzendenzbezüge seit der griechischen Sophistik gekennzeichnet ist.

Evola, der Nationalismus und Imperialismus als Formen der modernen Massengesellschaft kritisiert und der auch die katholische Kirche nicht mehr als „Bollwerk“ gegen den modernen Zeitgeist will gelten lassen, setzt daher am Ende auf widerständige Einzelne, die sich illusionslos und geradezu stoisch dem Gedanken eines höheren geistigen Lebens verpflichten, um dadurch zu erproben, „inwieweit, dank einer inneren Unerschütterlichkeit und einer Ausrichtung nach dem Transzendenten hin, das Nicht-Menschliche der modernen realistischen und handlungsbesessenen Welt, statt ins Untermenschliche zu führen, wie es zum Großteil in der Letztzeit geschieht, Erfahrungen eines höheren Lebens und einer größeren Freiheit begünstigen kann.“[20]Evola, der sich am hinduistischen Kastensystem orientiert und einen Hauptgegensatz im Kampf des „männlich-solaren“ gegen ein „weiblich-lunares“ Denken sieht, lässt seine Verfallsgeschichte mit dem Niedergang des frühhochkulturellen Gottkönigstums beginnen, also dem Niedergang sakraler Herrschaft. Daher könnte er in der ungarischen Verfassung von 2011 Anfänge einer „Kehre“ sehen, wird dort doch der „Heilige König Stephan“ an herausragender Stelle beschworen und damit der Gedanke einer „heiligen“, das heißt an eine „Transzendenz“ rückgebundenen politischen Seinsweise behauptet.

Völkischer Aktivismus und Gramscismus von rechts

Alexander Dugin, Julius Evola und noch und immer wieder Martin Heidegger: Das sind die Theoretiker, auf die sich die intellektuellen Vertreter der identitären Bewegung, der Neuen Rechten beziehen – etwa der Wiener Martin Sellner und der Bundesbürger Walter Spatz, die in Kubitscheks Antaios-Verlag ein Gespräch über Heidegger publizierten. Nebenbei: Der Name dieses rechtsextreme Literatur publizierenden Verlages bezieht sich auf eine Gestalt der griechischen Mythologie, eines Riesen, den Herakles immer wieder beim Ringen zu besiegen suchte, der aber stets, sobald er wieder auf dem Boden lag, aus diesem Boden neue Kräfte empfing und mithin unbesiegbar war. Ein irdischer Gigantensohn, den selbst der Halbgott Herakles nicht besiegen konnte.

In kenntnisreichen Gesprächen, zumal über den Heidegger der „Schwarzen Hefte“, loten die beiden Autoren einer intellektuellen Rechten die Handlungs- und Zukunftsmöglichkeiten einer entsprechenden Bewegung aus. Die Ziele sind klar: Neben einer ethnischen Schließung des Nationalstaats soll vor allem Immigration verhindert werden, der Islam ausgeschlossen und eine liberale und daher multikulturelle Gesellschaft bekämpft werden – wozu in erster Linie eine Ablehnung des Gedankens der Menschenrechte gehört: „Der Sammelbegriff ‚Mensch’ ist“, so Walter Spatz, „in seiner identitären Bedeutsamkeit nur für die jeweiligen Völker angebracht. Einen weltweiten An- und Zuspruch gibt es nicht. Dieser ist letztlich Ausdruck der Machenschaft einer abstrahierten Idealität, die uns vom Eigenen trennt.“[21] Mit Heidegger weiß sich die identitäre Bewegung daher einig in ihrem Widerstand gegen die „angloamerikanisch dominierte Lebensart“, gegen Globalisierung, „Kulturindustrie“ und „Mediokratie“, eine Bewegung, die dazu führte, „die Vielfalt der Völker zu negieren und ihre Selbstbehauptung und Selbstbesinnung zu verhindern.“[22]

Das Gespräch der beiden Rechtsintellektuellen offenbart eine tiefliegende strategische Differenz: zwischen einer Politik öffentlichen Aufbegehrens – wie bei Pegida und zahlreichen AfD-Politikern – und eines im Sinne von Gramsci geduldig kulturelle Hegemonie anstrebenden „gelassenen Widerstandes“, der freilich das Bündnis mit auch gewalttätigen Aktivisten nicht scheut. Indem etwa Martin Sellner an Heidegger dessen mangelnde Kritik am nationalistischen Auserwähltheitswahn, an der Personalisierung politischen Denkens (ein Hinweis auf Heideggers Glaube an Hitler) sowie dessen Glaube an eine „kämpferische Erringung“ eines bedeutsamen politischen „Ereignisses“ kritisiert, bezieht er im ethnopluralistischen Sinne Stellung gegen jeden chauvinistischen Nationalismus. Das ändert freilich nichts am politischen Ziel des Widerstands gegen Immigration, Islam und multikulturelle Gesellschaft: „Unser Ziel ist die geistige Verschärfung. Wir wollen die Herzen in Brand setzen, etwas in Bewegung bringen, die entscheidenden Fragen erneut, tiefer und mit politischen Folgen stellen. Die geistige Unruhe, der schlafende Furor teutonicus, das ewig unzivilisierbare, urdeutsche Fieber, das uns aus germanischen Urwäldern wie aus gotischen Kathedralen entgegenstrahlt, versammelt sich in uns. Unsere Gegner wissen das, und sie haben Angst. Sie wissen von der Möglichkeit der spontanen Eruption und Regeneration. Und sie wissen, dass wir nicht mehr in ihre Fallen laufen, dass wir ihren Schablonen und Gängelbändern entwachsen sind. Ich glaube“, so beschließt Sellner dieses politische Glaubensbekenntnis, „wir leben in einer Zeit der Entscheidung. Ich glaube, dass unsere Arbeit als Kreis, im Denken und Hören auf das Sein, organisch in den politischen Kampf einer Massenbewegung, in die politische Arbeit einer Partei eingebunden ist.“[23]

Man mag all das für esoterischen Unsinn halten und der durchaus begründeten Überzeugung sein, dass die Dumm- und Wirrköpfe, die bei Pegida-Demonstrationen mitlaufen oder bei künftigen Landtags- und Bundestagswahlen der AfD ihre Stimme geben, an komplizierten philosophischen Debatten nicht das geringste Interesse haben, also eine Kritik dieser Ideologeme verlorene Zeit oder Liebesmüh ist.

Indes: Gerade weil die Theorien der identitären Bewegung erhebliche Schnittmengen mit linken Ansichten und Haltungen zu Kapitalismus, Globalisierung, Hegemonie der USA, Digitalisierung und Kulturindustrie aufweisen, dürfte es unumgänglich sein, demgegenüber – im Sinne der Aufklärung – das linke Projekt als ein menschheitliches, universalistisches zu rekonzipieren und sich darüber klar zu werden, dass heute, morgen und übermorgen eine linke Politik sich nicht nur um Europa, sondern um die Welt als Ganzes zu kümmern hat – der Internationalismus der Linken mithin seine Bewährung in Theorie und Praxis noch vor sich hat.



[1] Armin Nassehi, Die letzte Stunde der Wahrheit. Warum rechts und links keine Alternativen mehr sind und Gesellschaft ganz anders beschrieben werden muss, Hamburg 2015, S. 35.

[2] Siehe https://iboesterreich.at/?page_id=505.

[3] Marc Jongen, Das Märchen vom Gespenst der AfD, in: „Cicero“, 1/2014.

[4] Siehe „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 30.12.2015.

[5] Siehe „Compact“, 10/2013.

[6] Alexander Dugin, The Manifesto of the Global Revolutionary Alliance, in ders., Eurasian Mission. An Introduction to Neo-Eurasianism, London 2014, S. 129-133.

[7] 2011 publizierte er auf Russisch das Buch „Heidegger: Die Möglichkeit der russischen Philosophie“

[8] Alexander Dugin, Heidegger: Die Möglichkeit der russischen Philosophie, Moskau 2011, S. 115.

[9] Martin Heidegger, Sein und Zeit, Tübingen 1967, S. 384 f.

[10] Emmanuel Faye, Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie, Berlin 2005.

[11] Johannes Fritsche, Geschichtlichkeit und Nationalsozialismus in Heideggers „Sein und Zeit“, Baden-Baden 2014.

[12] Hier und im Folgenden: Alexander Dugin, Eurasian Mission, a.a.O., S. 21.

[13] A.a.O., S. 39.

[14] Bei diesem Programm sind die Schnittflächen mit manchen Formen postkolonialer Theorie nicht zu verkennen – etwa mit dem „postkolonialen“ Theorieangebot des Argentiniers Walter Mignolo, der eine epistemische Entkolonialisierung fordert, das heißt eine Befreiung von westlichen Denkformen.

[15] Martin Heidegger, Überlegungen VII-XI, Gesamtausgabe Bd. 95, Frankfurt a. M. 2014, S. 68.

[16] Martin Heidegger, Überlegungen XII-XV, Gesamtausgabe Bd. 96, Frankfurt a. M. 2014, S. 128.

[17] Ebd., S. 131.

[18] Dass die Thematik von „Raum und Grenzen“ derzeit wieder verstärkt Aufmerksamkeit findet – etwa in den Arbeiten der Historikerin Susanne Rau (vgl. deren Interview in „die tageszeitung“, 6./7.2.2016) oder den Forschungen zur Raumsoziologie von Martina Löw –, ist wohl weit mehr als ein Zufall.

[19] Auf Deutsch liegen dessen umfangreiches Hauptwerk „Revolte gegen die moderne Welt“ sowie kleinere Schriften, etwa „Tradition und Herrschaft“, vor.

[20] Hier und im Folgenden: Julius Evola, Revolte gegen die moderne Welt, Interlaken 1982, S. 419.

[21] Martin Sellner und Walter Spatz, Gelassen in den Widerstand. Ein Gespräch über Heidegger, Steigra 2015, S. 33.

[22] Ebd., S. 51 f.

[23] Ebd., S. 90.

(aus: »Blätter« 3/2016, Seite 81-92)
Themen: Rechtsradikalismus, Geschichte und Wissenschaft

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