Ausgabe Juni 1990

Selbst erkämpfte Demokratie

Mit den folgenden Beiträgen setzen wir die Reihe von Rückblicken und Ausblicken auf die DDR fort, die im letzten Heft mit Gedanken von Bärbel Bohley, Gerd und Ulrike Poppe, Jens Reich, Wolfgang Ullmann, Konrad Weiß und Rosemarie Will begonnen worden war. Die folgenden Beiträge orientieren sich an den gleichen Fragestellungen und versuchen, etwa ein halbes Jahr nach dem DDR-Aufbruch, eine Art Zwischenbilanz zu ziehen: 1. Was wird von der DDR bleiben ? Was ist "einbringbar" in größere Zusammenhänge? 2. Was für eine Art staatlicher, gesellschaftlicher Veranstaltung war das in der Retrospektive überhaupt, diese 40 Jahre DDR, 3. Was kommt "danach" - deutsch-deutsch, europäisch und für den "Rest der Welt"? D. Red.

I

Organisatorisch wird von der DDR kaum etwas bleiben. Die gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen werden nicht zu halten sein. Sie ergeben auch kaum Sinn in einem gesamtdeutschen Rahmen.

Aber ich hoffe, daß inhaltlich eine ganze Menge bleibt und eingebracht wird. Dazu zähle ich eine pazifistische Kraft, die wir nicht nur als Idee, sondern sicher auch organisiert einbringen werden.

Juni 1990

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