Ausgabe Dezember 1993

Die Vereinten Nationen und die Menschenrechte

Bestand und Perspektiven

1993 war für die Menschenrechte ein besonderes Jahr - im guten wie im bösen. Am 10. Dezember jährt sich zum 45. Male die Annahme der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte", vom 14. bis 25. Juni fand in Wien die zweite Weltkonferenz über Menschenrechte statt, das gesamte Jahr war - auch ein Kontrapunkt zum Jubiläum der "Entdeckungen" (und damit des Kolonialismus) im Vorjahr - von den Vereinten Nationen zum "Internationalen Jahr der autochthonen Bevölkerungsgruppen der Welt" proklamiert worden, Südafrika hat den institutionalisierten Rassismus in die Rumpelkammer der Geschichte verbannt, und erste Schritte zur Bestrafung von Menschenrechtsverstößen mittels eines internationalen Strafgerichts wurden unternommen. Letzteres verweist freilich auch auf die Ereignisse im ehemaligen Jugoslawien, die nur die erschreckendsten Beispiele der gegenwärtigen Rückfälle in die Barbarei darstellen.

Weitere gravierende Verstöße gegen die Menschenrechte und Grundfreiheiten sind jeden Morgen der Tagespresse zu entnehmen - ob nun in Burundi Teile der Armee versuchen, eine Entwicklung zur Demokratie rückgängig zu machen, in Haiti die Gewalthaber ein zutiefst inhumanes System aufrechtzuerhalten bemüht sind oder die türkische Regierung die kurdische Minderheit weiterhin unterdrückt.

Dezember 1993

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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