Ausgabe April 1997

Israels Wende und die arabische Welt

Benyamin Netanyahus Regierungsübernahme in Israel hat dem funktionalen Optimismus westlicher Beobachter einen Dämpfer erteilt, die mit den Oslo-Abkommen 1) bereits einen Neuen Nahen Osten nach dem von Israels ehemaligem Ministerpräsidenten Shimon Peres entwickelten Modell vor sich zu sehen glaubten. 2) Die israelischen Wahlen, der Regierungswechsel und die regionalen Auseinandersetzungen der ersten Monate danach haben gleichwohl den Friedensprozeß nicht beendet, wie einige Instant-Analysten seither wiederholt behauptet haben. Im folgenden soll es darum gehen, erstens die Auswirkungen des Regierungswechsels in Israel auf den Friedensprozeß selbst und zweitens die arabischen Reaktionen auf die Veränderungen in Israel zu untersuchen.

Der Netanyahu-Faktor im Friedensprozeß

Die israelischen Wahlen vom Mai 1996 zeigten vor allem, wie sehr Israel politisch-kulturell ein Teil der Region, Teil des Nahen und Mittleren Ostens ist. Dies ist insofern einigermaßen paradox, als die Anhänger der israelischen Rechtsparteien einer echten Integration Israels in seine arabische Umwelt besonders kritisch gegenüberstehen.

April 1997

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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