Ausgabe März 1999

Nagelprobe der deutschen Ratspräsidentschaft

Warum die gemeinsame Agrarpolitik reformiert werden muß

Die Verhandlungen über eine Reform der europäischen Agrarpolitik befinden sich in einer entscheidenden Phase. Der Durchbruch zu einer Kompromißlösung wurde in den letzten Wochen wahrscheinlicher. Die Bundesrepublik und andere Nettozahler der EU verfolgen mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) einen Sparkurs, auf den mittlerweile auch die Europäische Kommission eingeschwenkt ist. Nicht zuletzt von Deutschland, das im ersten Halbjahr 1999 die EU-Ratspräsidentschaft inne hat, wird es abhängen, ob eine tragfähige Reform realisiert werden kann. Unser Autor war von 1962 bis zu seiner Pensionierung 1994 in verschiedenen europäischen Institutionen in Luxemburg, Brüssel und Straßburg tätig und kennt die Agrarpolitik der EG/EU daher aus der Nähe des Praktikers. Für die "Blätter" skizziert er die historische Entwicklung der Landwirtschaftspolitik in der EU und der Bundesrepublik, nennt zentrale Gründe für den Reformdruck in diesem Politikfeld und entwickelt ein Szenario für die Zukunft der GAP. - D. Red.

Kurze Geschichte der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)

Das Frankreich der IV.

März 1999

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Der Lieferketten-Backlash – und was trotzdem bleibt

von Armin Paasch, Miriam Saage-Maaß

Nach langem Ringen hat das Europäische Parlament am 16. Dezember 2025 dem sogenannten Omnibus-I-Paket zugestimmt, das zentrale Regelwerke des European Green Deal »vereinfachen« soll. Tatsächlich hat die Europäische Volkspartei damit allerdings nicht vereinfacht, sondern vielmehr die »Brechstange« (Manfred Weber, CSU) an die EU-Lieferkettenrichtlinie angesetzt.