Ausgabe Dezember 2000

Abstammungsdeutsche und Herkunftstürken

Angesichts der neuen politischen Offenheit für Einwanderung ist daran zu erinnern, daß diese seit 45 Jahren stattfindet und die Folgeprobleme früherer Einwanderungen von einer akzeptablen Lösung weit entfernt sind. Viele halten es für selbstverständlich, daß trotz dreieinhalb Millionen Arbeitslosen und über 20% Arbeitslosigkeit bei früheren Einwanderergruppen der Bedarf der Wirtschaft an Arbeitskräften durch zusätzliche Einwanderung befriedigt wird. Neueinwanderer mit Arbeitserlaubnissen, die sie an den anwerbenden Betrieb binden, scheinen für die Unternehmen trotz der Notwendigkeit der Einarbeitung attraktiver zu sein als die Einstellung von Arbeitslosen. Übersehen wird, daß der gesellschaftliche Friede eine zentrale Voraussetzung auch der gedeihlichen Wirtschaftsentwicklung ist. Öffentliche Kundgebungen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, so ermutigend sie sind, schaffen die ethnische Konfrontation nicht aus der Welt. Der Situation der schon im Land befindlichen Einwanderer - und der gesellschaftlichen Sicherheit der Abstammungsdeutschen - sollte daher die gebotene Aufmerksamkeit gewidmet werden. Entscheidende Bedeutung hat die Entwicklung der über zwei Millionen Menschen türkischer Herkunft in Deutschland.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema