Angesichts der neuen politischen Offenheit für Einwanderung ist daran zu erinnern, daß diese seit 45 Jahren stattfindet und die Folgeprobleme früherer Einwanderungen von einer akzeptablen Lösung weit entfernt sind. Viele halten es für selbstverständlich, daß trotz dreieinhalb Millionen Arbeitslosen und über 20% Arbeitslosigkeit bei früheren Einwanderergruppen der Bedarf der Wirtschaft an Arbeitskräften durch zusätzliche Einwanderung befriedigt wird. Neueinwanderer mit Arbeitserlaubnissen, die sie an den anwerbenden Betrieb binden, scheinen für die Unternehmen trotz der Notwendigkeit der Einarbeitung attraktiver zu sein als die Einstellung von Arbeitslosen. Übersehen wird, daß der gesellschaftliche Friede eine zentrale Voraussetzung auch der gedeihlichen Wirtschaftsentwicklung ist. Öffentliche Kundgebungen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, so ermutigend sie sind, schaffen die ethnische Konfrontation nicht aus der Welt. Der Situation der schon im Land befindlichen Einwanderer - und der gesellschaftlichen Sicherheit der Abstammungsdeutschen - sollte daher die gebotene Aufmerksamkeit gewidmet werden. Entscheidende Bedeutung hat die Entwicklung der über zwei Millionen Menschen türkischer Herkunft in Deutschland.
Oberflächlich betrachtet, läuft für Moldau derzeit vieles in die richtige Richtung. Das kleine Land zwischen Rumänien und der Ukraine genießt eine Aufmerksamkeit, die ihm über Jahrzehnte verwehrt geblieben ist.