Ausgabe Dezember 2000

Die eigentliche Wahl

In der Tat: So spannend sind die amerikanischen Präsidentenwahlen noch nie gewesen wie die im Jahre 2000. Das im Wahlkampf immer wieder beschworene Kopf-an-Kopf-Rennen will und will nicht aufhören - Finish hinter der Ziellinie. Die äußerst knappen Entscheidungen zwischen Kennedy und Nixon 1960, zwischen Nixon und Humphrey 1968 und zwischen Carter und Ford 1976 sind gar nichts im Vergleich mit dem mehr als engen Ausgang zwischen Gore und Bush. Doch hinter diesem Spektakel, das nicht zuletzt dem unzulänglichen, überholten Verfahren bei Präsidentschaftswahlen geschuldet ist, verbirgt sich eine andere Wahl und Wahlentscheidung, eine hidden election, die auf Trends hinweist, die in Zukunft große Bedeutung haben dürften. Denn unter der medialen Oberfläche zeichnen sich Veränderungen in den Tiefenstrukturen amerikanischer Politik ab, die sich auch bei uns, auf der anderen Seite des Atlantiks, vorsichtig bemerkbar machen. Was ist gemeint?

Klischees, die wir in Deutschland und Europa von amerikanischen Wahlkämpfen hegen und pflegen und die wir mit dem Schlagwort von der "Amerikanisierung" auf unser politischen Systeme übertragen, zerschellen an der politischen Wirklichkeit der amerikanischen Präsidentenwahlen dieses Jahres oder werden zumindest infrage gestellt.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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