Ausgabe November 2002

Trendbrecher Schweden

Eine Woche vor der deutschen Bundestagswahl setzten die Schweden ein erstes Zeichen gegen den konservativen Trend in Europa: Die bisher - mit Unterstützung der Linkspartei und der Grünen - allein regierenden Sozialdemokraten (SAP) wurden im Amt bestätigt; sie konnten um 3,5% auf 39,8% der Stimmen zulegen. Die Linkspartei verlor 3,6% und erreichte 8,3%. Die Grünen sorgten trotz ihrer eher mäßigen 4,6% (+0,1%) bei den Verhandlungen für eine Überraschung, als sie eine Regierungsbeteiligung mit Ministerposten verlangten, die ihnen die SAP ebenso wie die Linkspartei vor allem unter Berufung auf die sicherheits- und verteidigungspolitischen Diskrepanzen verweigerte.

Die Verschiebung der Gewichte innerhalb der Linken - die Grünen möchten sich allerdings zu Recht nicht ohne Weiteres als solche etikettieren lassen - fand ihre Entsprechung auf Seiten der Opposition. Die vier "bürgerlichen Parteien" - so die schwedische Terminologie - konnten ihr Gesamtergebnis nicht verbessern; zwischen ihnen kam es jedoch zu einigen Verschiebungen. Die (neo)liberale Gemäßigte Sammlungspartei, welche die Notwendigkeit von Steuersenkungen zum zentralen Thema ihres Wahlkampfs gemacht hatte, erlebte ein Desaster (15,2% - ein Minus von 7,7%!) und konnte nur knapp ihre Dominanz innerhalb dieses Blocks behaupten.

Sie haben etwa 14% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 86% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema