Ausgabe November 2002

Was für ein Tschetschenien?

Paradoxerweise kommen jedes Mal, wenn die Kämpfe in den tschetschenischen Bergen zunehmen, in Moskau Pläne für eine friedliche Regulierung des Konflikts auf den Tisch. Tschetschenien ist wie eine offene Wunde. So lange sie nicht zu sehr schmerzt, können sich die russischen Führer einbilden, sie existiere gar nicht. Aber sobald sie zu bluten anfängt, merken die Leute, das etwas geschehen muss. In den letzten Monaten hat nicht nur die Intensität der Militäraktionen zugenommen, auch die russischen Verluste lassen sich nicht länger kaschieren.

Zunächst griffen tschetschenische Kämpfer Grenzposten und Stellungen der Föderationstruppen an. Dann wurde ein Transporthubschrauber bei Khankala abgeschossen, wobei 118 Soldaten ums Leben kamen - genau so viele wie beim Untergang der Kursk. Präsident Putin sah sich daraufhin gezwungen, eine Zeit der nationalen Trauer zu verkünden, und wenige Tage danach kam eine amtliche Verlautbarung zu dem Abschuss heraus. Das Aufflammen der Kampfhandlungen spiegelt politische und technische Entwicklungen wider. Die entscheidende Veränderung auf politischer Ebene besteht in der Wiedervereinigung der Rebellen um Aslan Maschadow.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Krieg und Frieden