Ausgabe März 2003

Es gibt noch eine Alternative zum Krieg

Gemeinsame Erklärung von Frankreich, Deutschland und Russland zum Irak vom 10. Februar 2003 (Wortlaut)

Im Anschluss an Gespräche zwischen dem russischen und dem französischen Staatspräsidenten, Jacques Chirac und Wladimir Putin, stellten beide am 10. Februar 2003 in Paris eine auch von der Bundesregierung unterstützte gemeinsame Erklärung zum drohenden Krieg gegen den Irak vor. Tags zuvor hatten sich bereits Putin und Schröder nach einem kurzen Treffen in Berlin für eine Fortsetzung der UN-Waffeninspektionen im Irak und eine friedliche Beilegung des Irakkonflikts ausgesprochen. Es gebe derzeit keinen Grund für eine Gewaltanwendung gegen den Irak. Dem geschlossenen Auftreten gingen mediale Verwirrungen um einen etwaigen „Geheimplan“ Frankreichs und Deutschlands zur Entwaffnung des Iraks voraus. Wir dokumentieren die gemeinsame Erklärung im Wortlaut. – D. Red.

Russland, Deutschland und Frankreich, die sich eng abstimmen, bekräftigen, dass die Entwaffnung des Irak gemäß den seit der Resolution 687 verabschiedeten einschlägigen UN-Resolutionen das gemeinsame Ziel der internationalen Gemeinschaft darstellt und sie möglichst rasch zum Abschluss gebracht werden muss.

Es gibt eine Debatte darüber, wie dies erreicht werden kann. Diese Debatte muss im Geist der Freundschaft und des Respekts, der unsere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und anderen Ländern kennzeichnet, fortgesetzt werden.

Sie haben etwa 46% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 54% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Erfahrung der Freiheit: Die Kinder von Tschernobyl

von Olga Bubich

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl traf die armen Regionen in Belarus besonders hart. Gut eine Million Kinder aus den verstrahlten Gebieten konnten über humanitäre Programme jahrelang ein paar Wochen in anderen europäischen Ländern verbringen.