Ausgabe November 2005

Ruinenlandschaft Bosnien

Im März 1992 brach unter den drei Volksgruppen Bosnien-Herzegowinas ein Krieg aus, der, neben unermesslichen materiellen Schäden, 278000 Menschenleben forderte und über drei Millionen Menschen aus ihren heimatlichen Dörfern und Städten vertrieb.1 Vor zehn Jahren wurde der Krieg schließlich durch drei Aktionen beendet – durch NATO-Bomben auf serbische Stellungen am 29. und 30. August, durch das Friedensabkommen von Dayton (Ohio) am 21. November und durch die Unterzeichnung dieses Abkommens in Paris am 14. Dezember 1995. Alle Welt war 1995 überzeugt, dass die internationale Präsenz in Bosnien sich nach ein paar Monaten erübrigen würde. Ein Jahrzehnt später besteht sie jedoch noch immer.

Von Beginn an oblag die Implementierung des Friedensabkommens von Dayton, das auch eine vollständige Verfassung für Bosnien beinhaltet, einem „Hohen UN-Repräsentanten“. Seit 2002 ist dies der Brite Paddy Ashdown. Oberste Priorität hatte und hat die militärische Entflechtung, für deren Überwachung eine internationale „Implementierungstruppe“ (IFOR) von zuerst 60000, später 32000 Mann (SFOR), und internationale Polizeikräfte (IPTF) eingesetzt wurden. Seit Dezember 2004 wird die Präsenz militärisch durch die EU gesichert (EUFOR, 6656 Mann).

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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